Zu Besuch bei Nata Pestune (Suntree Studio) in Hamburg

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

War’s ein Foto auf Instagram? Ein inspirierender Beitrag auf einem meiner Lieblingsblogs? Oder tauchte sie in meinem Facebook-Feed auf? Ich kann gar nicht mehr sagen, wie ich auf Natas wundervolle Keramik gestoßen bin. Aber ich weiß noch, dass mir die schlichten Teller, Becher, Kannen & Co. auf Anhieb gefallen haben. Sehr. Eine Auswahl von Natas Kollektion hab‘ ich spontan ins la mesa Sortiment aufgenommen. Und meine Hamburgreise im vergangenen Sommer hab‘ ich dazu genutzt, Nata in ihrem Atelier in EimsbĂŒttel zu besuchen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Nata Pestune lebt seit gut fĂŒnf Jahren in Hamburg. 2014 hat sie ihr Label Suntree gegrĂŒndet. // Foto links: Sabine Wittig | Foto rechts: Igor Trepeshchenok

GegrĂŒndet hat Nata ihr Label vor rund 3,5 Jahren. UrsprĂŒnglich hatte die gebĂŒrtige Lettin Sinologie studiert – und auch einige Zeit in China gelebt. Dann wurde die Passion fĂŒr Keramik intensiver und Suntree ist entstanden. Nata teilt sich ihr Studio in EimsbĂŒttel mit der Grafikerin Friederike Stoffregen, deren Poster und Karten die schlichte Keramik perfekt ergĂ€nzen. In einem kleinen Interview erzĂ€hlt Nata von ihrer Arbeit und verrĂ€t ihre drei Hamburger LieblingscafĂ©s.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Ein Laden, zwei Labels: Die Papeterie von Friederike Stoffregen (Studiofrigo) ergÀnzt Natas Keramik ganz wundervoll.

Nata, woher kommt deine Liebe zur Keramik?

In China spielt Tee eine große Rolle. WĂ€hrend meiner Zeit dort, kam ich tĂ€glich mit gutem Tee und der passenden Keramik in BerĂŒhrung. Da habe ich meine Leidenschaft fĂŒr das Material entdeckt. Meine ersten selbst gefertigten StĂŒcke waren Teebecher, erst kleinere, dann grĂ¶ĂŸere. Ich mag gut verarbeitete Produkte, die schön, funktional und langlebig sind. Keramik und Porzellan sind perfekte Materialien dafĂŒr.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Keramik oder Porzellan – fĂŒr welches Material schlĂ€gt dein Herz höher?

FĂŒr beide. Aber aus unterschiedlichen GrĂŒnden. Porzellan kann Glasuren wunderschön zum Strahlen bringen. An Keramik mag ich das Rustikale, Raue. Keramik und Porzellan – fĂŒr mich ist das ein bisschen wie Himmel und Erde.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Foto links: Igor Trepeshchenok | Foto rechts: Sabine Wittig

Was inspiriert dich fĂŒr deine Arbeit?

ZunĂ€chst ist da eine Idee in meinem Kopf. Es beflĂŒgelt mich, wenn ich genau weiß, was ich tun möchte und ein klares Bild des fertigen Produkts vor Augen habe. Gleichzeitig verĂ€ndere ich manchmal nur eine Kleinigkeit und es entsteht etwas völlig anderes. Und: Ich probiere gerne unterschiedliche Farbkombinationen aus.

Von Zeit zu Zeit arbeite ich auch mit komplett anderen Materialen – Textilien zum Beispiel. Besonders inspirierend und motivierend sind fĂŒr mich auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kreativen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Schöne Kombi: Becher aus glasierter und Krug aus matter Keramik.

Dein perfekter Arbeitstag 


Ich stehe zwischen sechs und halb sieben auf und drehe eine Runde mit meiner HĂŒndin Luna. Dann mache ich ein paar Yoga-Übungen – einige Asanas und den Sonnengruß. Nach dem FrĂŒhstĂŒck gehe ich ins Studio. Am liebsten in Begleitung von Luna, wenn sie nicht mit meinem Mann zur Arbeit geht. Ich versuche, mein Tagespensum bis 17.00 Uhr zu schaffen um genĂŒgend Zeit fĂŒr Familie, Sport und zum Lesen zu haben. Obwohl ich meine Arbeit sehr liebe, möchte ich kĂŒnftig versuchen, sie in maximal fĂŒnf Stunden pro Tag zu erledigen um noch mehr Zeit fĂŒr anderes zu gewinnen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Du lebst seit fĂŒnf Jahren in Hamburg, welches sind deine liebsten CafĂ©s und Restaurants?

Vor einiger Zeit hat das GlĂŒcksburg Altona (Ophagen 1) eröffnet, ein kleines Take-Away-CafĂ©, das ich sehr gerne mag. Es gibt dort so liebevoll gemachte vegane Kuchen. Die Alpenkantine (Osterstraße 98) mag ich besonders wegen der leckeren Desserts. Und einen wunderbar leckeren Mittagstisch gibt’s im CafĂ© DĂ©lice in der Osterstraße 168.

Dankesehr, Nata, fĂŒr den inspirierenden Nachmittag in deinem schönen Suntree Studio!

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Wenn du in Hamburg wohnst – oder die schöne Hansestadt besuchst – schau‘ doch mal bei Nata und Friederike vorbei. Die Adresse ist:

SUNTREE Studio + Studiofrigo
Hellkamp 60
20255 Hamburg

www.suntreestudio.com
www.studiofrigo-hamburg.com

Fotos: Igor Trepeshchenok (3 + 6), Sabine Wittig (1,2,4,5,7-11)

Eine kleine Auswahl von Natas Keramik findest du bei la mesa.

Zu Besuch im Letterpress Studio von CĂ©line Mehl in Stuttgart

azurweiss atelierbesuch | Foto: Sabine WittigLetterpress? Mit diesem Druckverfahren stellt man die hĂŒbsche Papeterie mit den sanften Vertiefungen (ĂŒber die man am liebsten stĂ€ndig streichen mag) her. Zum ersten Mal bin ich vor rund drei Jahren mit Letterpress in BerĂŒhrung gekommen. WĂ€hrend eines Bloggerevents in CĂ©lines damaligem Atelier in Stuttgarts Heusteigviertel. Inzwischen ist die Halbfranzösin in die Silberburgstraße umgezogen. Passenderweise in RĂ€ume, in denen schon vor einem Jahrhundert Druckpressen im Einsatz waren. Denn: Das GebĂ€ude wurde in den 1890er Jahren von Carl Engelhorn, einem Stuttgarter Verleger, als Wohn- und Verlagshaus errichtet.

KĂŒrzlich habe ich CĂ©line besucht, ihr beim Arbeiten ĂŒber die Schulter geschaut, ĂŒber ihre SelbstĂ€ndigkeit geplaudert und ihr ihre Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgart entlockt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Leidenschaft fĂŒr Papier

„Die Liebe zum Papier – sie gehört einfach zu mir. Schon als Kind hab‘ ich unheimlich viel gebastelt, BĂŒro und Post gespielt, Alben geklebt, Brieffreundschaften gepflegt“, erzĂ€hlt CĂ©line. Nach Kunstschule, Mediendesignstudium und einigen Jahren als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur hat sie sich 2013 ganz ihrer Leidenschaft fĂŒr Papier verschrieben und ein Letterpress Atelier eröffnet.

Letterpress Karte von CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Letterpress Papeterie: nicht nur optisch, auch haptisch ein Erlebnis.

Neben ihrer eigenen Kollektion (vor allem Karten, GeschenkanhĂ€nger, Poster) gestaltet CĂ©line individuelle Papeterie – z. B. Einladungen zur Hochzeit oder Sonderanfertigungen fĂŒr Unternehmen und Agenturen. Die EntwĂŒrfe entstehen am Rechner – alles andere ist Handarbeit. Der Prozess beginnt mit der Herstellung der Klischees und Filme. Das sind Schablonen, mit deren Hilfe die Druckpresse das Motiv auf das Papier ĂŒbertrĂ€gt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Bevor gedruckt werden kann, wird die Farbe gemischt. CĂ©line arbeitet mit Volltonfarben nach dem Pantone Farbsystem. Die gewĂŒnschten Farbtöne werden anhand eines Pantone FarbfĂ€chers ausgewĂ€hlt und aus verschiedenen Basisfarben gemischt. Um das richtige MischungsverhĂ€ltnis zu erreichen, werden die Basisfarben aufs Mikrogramm (!) genau gewogen. Schon kleinste Abweichungen beim Gewicht können den Farbton im gedruckten Produkt verĂ€ndern.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die fertig gemischte Farbe wird auf die Druckpresse aufgetragen und die Papeterie Bogen fĂŒr Bogen eingelegt und bedruckt (und gleichzeitig geprĂ€gt). Was sich einfach anhört, erfordert in Wirklichkeit jede Menge Geduld, GespĂŒr und handwerkliches Können. Die Maschine muss exakt auf das jeweilige Papier abgestimmt, DruckprĂ€zision und Farbauftrag mĂŒssen laufend ĂŒberprĂŒft werden. CĂ©line druckt ĂŒbrigens am liebsten auf einer echten AntiquitĂ€t: einer Chandler & Price Tiegeldruckpresse, die 1890 in Cleveland, Ohio gebaut wurde und die sie eigens fĂŒr ihr Atelier aus den USA importiert hat.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Stimmt die Farbe mit dem ausgewĂ€hlten Farbton ĂŒberein? Ist die PrĂ€gung in Ordnung? Immer wieder checkt CĂ©line das Druckergebnis.

Sollen mehrfarbige Produkte entstehen, werden die einzelnen Farben nacheinander gedruckt. Jede Farbe macht ein eigenes Klischee und einen separaten Druckdurchlauf erforderlich. Ja, Letterpress ist ein aufwendiges Verfahren. Aber die Ergebnisse sind wundervoll. Auch, weil Céline sehr viel Wert auf die richtige PapierqualitÀt legt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die Entscheidung, ihren festen Job fĂŒr die SelbstĂ€ndigkeit aufzugeben hat CĂ©line noch nie bereut. „Ich liebe die UnabhĂ€ngigkeit. So stressig und verantwortungsvoll es auch ist, und der Staat es einem nicht einfach macht, möchte ich die Freiheit, die ich als SelbstĂ€ndige habe, nicht mehr missen“, erklĂ€rt sie. „Mein perfekter Arbeitstag: Mit einem guten FrĂŒhstĂŒck und vielleicht ein bisschen Yoga in den Tag starten. Ohne Stau ins Studio fahren, das Dringlichste abarbeiten um den Stein fĂŒr den Tag fallen lassen zu können. Dann bei guter Musik Produkte konzipieren und produzieren – um am Abend mit dem guten GefĂŒhl nach Hause fahren, wieder viel erledigt zu haben.“

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

CĂ©lines Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgarts SĂŒden

Wenn CĂ©line keine Lust hat, sich ihr Essen von zu Hause mitzubringen, geht sie gerne ins Claus (Deli & Eismanufaktur) in die TĂŒbinger Straße 41 oder ins Reiskorn in die Torstraße 27. FĂŒr den Kaffee zwischendurch empfiehlt CĂ©line das Misch Misch in der TĂŒbinger Straße 95.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Ich fand meinen Besuch bei und den Austausch mit CĂ©line sehr inspirierend. Hab‘ die AtmosphĂ€re der historischen RĂ€ume, den Geruch nach Farbe und das melodische „rtsch, rtsch“ der nostalgischen Druckpressen sehr genossen. Dankeschön, liebe CĂ©line, dass du dir trotz vollen Terminkalenders Zeit fĂŒr mich genommen hast!

CĂ©line Mehl
Dot or dash – Studio fĂŒr Letterpress & Design
www.dotordash.com

Eine kleine Auswahl von CĂ©lines Papeterie findest du auch bei la mesa.

Der Besuch bei Céline ist der Start einer neuen Rubrik auf azurweiss. Von Zeit zu Zeit werde ich kreative Menschen in ihren Ateliers und WerkstÀtten besuchen und ihre Arbeit vorstellen.

Fotos: Sabine Wittig

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