Über Sabine Wittig

PR-Beraterin, Lifestyle-Bloggerin und Onlineshop-Besitzerin.

Einladung zum Open Day am 5. Mai 2018 nach Markgröningen

Einladung zum la mesa Open Day im Mai 2018Schon ganz bald ist es wieder soweit: Am Samstag, den 5. Mai werden unsere privaten RĂ€ume zum Pop-Up-Store und mein Online Shop zum echten Laden. Du bist herzlich zum Stöbern eingeladen. Die TĂŒr ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Papierkranz Twig von Jurianne MatterWie jedes Mal gibt es viel Inspiration, unsere geliebten Klassiker und viele neue Produkte.  Zum Beispiel die komplette Kollektion von Jurianne Matter, herrliches Porzellan von Anna Badur und Anna Sykora und vieles, vieles mehr. Zum Ewigbehalten und Jeden-Tag-Dran-Freuen.Vielleicht entdeckst du dein ganz persönliches LieblingsstĂŒck, ein hĂŒbsches Geschenk zum Muttertag oder ein feines Mitbringsel fĂŒrs nĂ€chste Sommerfest?

Einladung zum la mesa Open Day am 5. Mai 2018 | Fotos: Sabine WittigRechtzeitig zur bevorstehenden Pflanzsaison findest du auf unserer Terrasse (Daumen drĂŒcken fĂŒr schönes Wetter!) wundervolle Sommerblumen, Stauden und KrĂ€uter fĂŒr Garten und Balkon.

Porzellan von Anna Badur, Poster von Jurianne Matter bei la mesaAuch den schon traditionellen Dekoflohmarkt in der Garage haben wir wieder eingeplant. Du findest dort krĂ€ftig reduzierte AusstellungsstĂŒcke, Fotomuster und Artikel, die wir aus dem Sortiment nehmen. Plus: viele preisreduzierte Vintage-StĂŒcke.

Lumikello, Pappelina und Feines&Köstliches beim la mesa Open Day am 5. Mai 2018 | Fotos: Stephanie Schetter und Sabine WittigWie immer ist unser Angebot am Open Day deutlich grĂ¶ĂŸer als das Sortiment im la mesa Online-Shop. So haben wir unter anderem wieder die wundervollen Upcycling Produkte (Kissen, Sitzauflagen, Körbe) von Lumikello, die beliebten (Outdoor)-Teppiche von Pappelina und feine Gelees, Essige, Sirup & Co. made in Markgröningen von Sabine Klotz. Und das ist noch lĂ€ngst nicht alles. Lass‘ dich ĂŒberraschen!

Schaust du vorbei? Wir wĂŒrden uns freuen!

5. Mai 2018 von 10.00 bis 17.00 Uhr
Anemonenweg 11 in 71706 Markgröningen

Falls du am Samstag nicht kannst – komm‘ gerne am Freitag, 4. Mai zwischen 16.00 und 20.00 Uhr – da haben wir zwar noch nicht offiziell geöffnet, aber wir sind auf jeden Fall da.

Porzellan trifft Birkenrinde: Anna Badur & Moya Birchbark

Ausstellung von Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigZwei kreative Designerinnen, beide leben in Berlin, jede fĂŒhrt ihr eigenes kleines Label. Anna Badur und Anastasiya Koshcheeva. Anna entwirft Wundervolles aus Porzellan, Stoff und Stein. Anastasiya hat sich ganz der Birkenrinde als Werkstoff fĂŒr ihre  Wohnaccessoires verschrieben. Bei einer Veranstaltung haben die beiden Frauen sich kennengelernt und arbeiten seitdem immer mal wieder zusammen. Ihr letztes Projekt: eine gemeinsame Ausstellung ihrer Produkte. Ich hab‘ die beiden im MĂ€rz – am vorletzten Tag der Ausstellung – in Berlin besucht und war begeistert, wie fein ihre Kollektionen zusammenpassen.

Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigAnnas Arbeiten kenne ich schon lĂ€nger – vor allem ihre erst kĂŒrzlich entstandenen Porzellanserien mag ich sehr. Die Teller, Becher und Vasen haben etwas FlĂŒchtiges, Leichtes. Erinnern an Wasser, Nebel, Gischt und an die permanent wechselnden Muster, die Meereswellen in Sand zeichnen. Das verwundert nicht, denn Annas wichtigste Inspiration ist die NordseekĂŒste. Dort ist sie aufgewachsen.

Porzellanserie TIDE von Anna Badur | Foto: Sabine WittigDie Dessins werden von Hand aufgemalt und sind auf jedem StĂŒck ein bisschen anders.  Seit Februar gibt’s Becher und Vasen der Serie TIDE auch bei la mesa.

Moya Birchbark im Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigBirkenrinde als Material fĂŒr Wohnaccessoires? Was man wohl nicht auf Anhieb in Zusammenhang bringt, ist in Wirklichkeit traditionelle sibirische Handwerkskunst. Unter ihrem Label MOYA verwandelt die deutsch-russische Designerin Anastasiya Koshcheeva das Naturprodukt in schlichtes, nachhaltiges Design.So schön. FĂŒr ihre Vorratsdosen, Leuchten und Hocker nutzt sie naturbelassene Rinde aus der Taiga Sibiriens. Geerntet wird einmal pro Jahr. Dabei wird darauf geachtet, dass die innere Rindenschicht nicht verletzt wird und die BĂ€ume keinen Schaden nehmen.

Vorratsdosen aus Birkenrinde von Moya und Porzellanteller von Anna Badur | Foto: Sabine WittigWomit ich nicht gerechnet hĂ€tte: Die Vorratsdosen sind lebensmittelecht – Kaffee, Tee und Leckereien dĂŒrfen also ohne zusĂ€tzliche Verpackung rein. Die BehĂ€lter können mit Wasser ausgespĂŒlt werden, ohne dass sich das Material verzieht, austrocknet oder porös wird. Ziemlich gut, oder?

Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigNicht nur die Produkte von Anna und Anastasiya passen aufs Schönste zusammen – die beiden Designerinnen haben sich fĂŒr ihre Ausstellung auch einen perfekten Rahmen gewĂ€hlt: den Showraum Trofejas im Erdgeschoss eines Wohnhauses in Berlin-Charlottenburg. Die eklektische Möblierung des Raums erzeugt spannende StilbrĂŒche und ist wunderbare BĂŒhne fĂŒr feines Design. Schon bald findet dort eine weitere – sicher sehenswerte – Ausstellung statt: Dieses Mal treffen Schmuck und Fotokunst aufeinander. Schau‘ doch vorbei, wenn du in Berlin wohnst – oder in der NĂ€he bist.

Einladung zur Ausstellung im Trofejas Showraum in Berlin-Charlottenburg

Der Trofejas Showraum befindet sich in der Wielandstraße 31 in Berlin-Charlottenburg. Einfach wĂ€hrend  der Öffnungszeiten an der HaustĂŒr klingeln!

Fotos: Sabine Wittig; Ausstellungseinladung: Trofejas, Ülle Kouts, Jurga Graf

Unterwegs: SpĂ€twintertage in der LĂŒbecker Bucht

Hohwacht an der Ostsee | Foto: Sabine Wittig
Den Februar ließen Herr azurweiss und ich an der Ostsee zu Ende gehen. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint und beinahe jeden Tag Sonne geschickt. Dazu frischen Wind, hin und wieder Schnee und herrlich klare Luft.
Pelzerhaken an der Ostsee | Fotos: Sabine WittigDie See blieb sanft, die StrĂ€nde waren fast immer leer. Und wundervoll unspektakulĂ€r auch unsere Ausflugsziele. Falls du eine (Winter)reise an die Schleswig Holsteinische Ostsee planst – hier ein paar Tipps:

Eutin, Holsteinische Schweiz | Fotos: Sabine Wittig

Schloss Eutin

Eutin nennt sich selbst auch augenzwinkernd „Weimar des Nordens“. Und tatsĂ€chlich hat das kleine StĂ€dtchen in der Holsteinischen Schweiz in puncto SehenswĂŒrdigkeiten, Kulturangebot und berĂŒhmter Persönlichkeiten (z. B. begegnete Katharina die Große hier ihrem spĂ€teren Gemahl, dem angehenden Zaren von Russland) einiges zu bieten. Die Saison beginnt allerdings erst im FrĂŒhjahr und so konnten wir vom hĂŒbschen Eutiner Schloss nur den Innenhof besichtigen. Ebenfalls verschlossen (wir waren an einem Montag in der Stadt) blieb uns ein vielversprechender Trödelladen direkt am Marktplatz und leider auch die Eutiner Kaffeerösterei. Der Blick durchs Schaufenster war verfĂŒhrerisch und gerne hĂ€tten wir den Kaffee dort probiert.
Wenn du AntiquitĂ€ten magst, lohnt sich die Fahrt ins rund 25 km entfernte Ahrensbök zum Antikhof Gnissau. Von außen wirkt das ehemalige Restaurant unspektakulĂ€r – doch hinter der EingangstĂŒr erwartet dich eine Zeitreise. Inhaberin Roswitha Zopp hat Möbel, Porzellan, Glas und Kurioses aus unterschiedlichen Epochen zusammengetragen und liebevoll dekoriert. Barock, Klassizismus und Jugendstil ĂŒberwiegen, aber hin und wieder gibt’s auch StĂŒcke aus dem Midcentury Modern.

Timmendorfer Strand | Fotos: Sabine Wittig

Timmendorfer Strand: Restaurant im Barefoot Hotel und Blick auf die Ostsee

Timmendorfer Strand. ZwiespĂ€ltig sind die Erinnerungen an dieses Ostseebad. Ein  herrlicher VorfrĂŒhlingstag hat uns wundervolle Augenblicke am schönen Strand beschert. Das Spazieren entlang der Promenade fanden wir wenig reizvoll. Zu langweilig die LĂ€den, zu lieblos die CafĂ©s und Kneipen. Versöhnt wurden wir ein paar Schritte vom Strand entfernt, im CafĂ©-Restaurant des Barefoot Hotels. Ich hatte die Adresse zuhause schon notiert, denn ich wollte mir das von Til Schweiger ausgestattete Hotel unbedingt ansehen. Erwartet hatte ich eine Überdosis Barefoot Style und war ein bisschen skeptisch. Doch das Haus ist gut gelungen. Stimmig, gemĂŒtlich, unaufgeregt. Der Kaffee war fantastisch, die Bedienung unheimlich freundlich und wenn wir nicht noch ein paar andere Ziele auf unsere Liste gehabt hĂ€tten, wĂ€ren wir zum Abendessen geblieben.

LĂŒbeck | Foto: Sabine Wittig

An der Trave, LĂŒbeck

LĂŒbeck. Die Hansestadt hatte uns dieses Mal nicht ganz so sehr gefangen genommen wie bei unserem ersten Besuch im Hochsommer vor vielen Jahren. Doch Sehenswertes gibt’s an jeder Ecke und ein Bummel durch die Innenstadt ist inspirierend. Lohnend ist z. B. das Stöbern im Auktionshaus Die Eiche oder im Museumsshop im Buddenbrookhaus.  Oder das Kaffeetrinken im herrlich altmodischen CafĂ© Niederegger.

Gut Panker, Hohwachter Bucht | Fotos: Sabine WittigAuch das Gut Panker kannten wir schon von einem Besuch vor etlichen Jahren. Damals hatten wir uns fĂŒr drei NĂ€chte im Hotel Ole Liese eingebucht. Den Besuch dieses Anwesens mit seiner ganz besonderen AtmosphĂ€re möchte ich dir unbedingt ans Herz legen. Auf dem Gut befinden sich mehrere Galerien und GeschĂ€fte. Sehr gern mag ich Das Stilhaus – mit seinem feinen Mix aus Mode, Design, Kunst und Handwerk.

Hohwacht an der Ostsee | Fotos: Sabine Wittig

Hohwacht: historische BadehĂŒtte und Blick aufs Meer

Ein Lieblingsort unserer Reise war der Strand in Hohwacht in der Hohwachter Bucht. Die Ostsee ist hier ein bisschen rauer als in der LĂŒbecker Bucht, der Strand breiter. Besonders entzĂŒckend (und einzigartig in Deutschland) sind die historischen, farbenfrohen HolzhĂ€uschen, die einst direkt in die DĂŒnen gebaut wurden und bis heute als BadehĂŒtten genutzt werden.

Zum Schluss noch eine Restaurantempfehlung: Krabbes Restaurant in Neustadt in Holstein. Leckeres Essen (auch vegetarisch), hĂŒbsches Interieur und ausgesprochen nettes Personal.

Fotos: Sabine Wittig

Zu Besuch im Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg

Museum Schloss FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Lohnender Zwischenstopp auf unserem Weg an die Ostsee: Das Museum Schloss FĂŒrstenberg im Weserbergland. | Foto: FĂŒrstenberg

Wenn du hier schon lĂ€nger mitliest, kennst du meine SchwĂ€che fĂŒr feines Porzellan.   Immer, wenn wir auf Reisen gehen, schaue ich, ob nicht ein Porzellanmuseum auf der Strecke liegt. Auf dem Weg in einen kurzen Ostsee-Februar-Urlaub war’s fĂŒr Herrn azurweiss und mich nur ein kleiner Schlenker zum Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg. Die Manufaktur wurde 1747 von Herzog Carl I. von Braunschweig-WolfenbĂŒttel gegrĂŒndet und noch heute entstehen dort die wundervollen Produkte aus ‚weißem Gold‘ grĂ¶ĂŸtenteils in Handarbeit. Das Museum befindet sich direkt neben der Manufaktur – im ehemaligen herzoglichen Jagdschloss. Es wurde erst im MĂ€rz 2017 – nach lĂ€ngerer Umbau- und Sanierungsphase – neu eröffnet. Das Konzept: Die faszinierende Geschichte der Manufaktur hautnah erlebbar machen. Uns hat die Mischung aus klassischer ExponatprĂ€sentation, kleinen Geschichten, digitaler Projektion, Besucherwerkstatt und Mitmachbereichen, in denen Anfassen ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht ist, bestens gefallen. Und ich hab‘ mich gefreut, dass Museumsleiter Dr. Christian Lechelt (den ich ein ganz kleines Bisschen um seinen Job beneide) sich wĂ€hrend unseres Besuchs Zeit genommen und ein wenig aus dem NĂ€hkĂ€stchen geplaudert hat. Auch im Vorfeld durfte ich ihm einige Fragen stellen – daraus ist das folgende Interview entstanden:

Porzellanmuseum FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Porzellangeschichte(n) – wunderschön erzĂ€hlt | Foto: FĂŒrstenberg

Was fasziniert Sie am Werkstoff Porzellan?

Porzellan ist ein ganz eigenwilliger und eigentĂŒmlicher Werkstoff. Der berĂŒhmte Direktor der Meissener Manufaktur in den 1920er Jahren, Max Adolf Pfeiffer, hat es treffend ausgedrĂŒckt: „Porzellan ist der schönste Werkstoff, den der Mensch sich selbst geschenkt hat.“ Zwei Aspekte kommen hier zum Ausdruck: ZunĂ€chst die Ästhetik des Materials. Schneeweiß, spiegelglĂ€nzend, lichtdurchscheinend. Das ist unvergleichlich und nur dem Porzellan eigen. Es gibt kein anderes Material, das diese QualitĂ€ten besitzt. Zum anderen ist Porzellan, historisch betrachtet, so etwas wie der erste ‚Kunststoff‘ der Menschheitsgeschichte. Denn es gibt diesen Werkstoff nicht in der Natur, er muss kĂŒnstlich hergestellt werden. Es werden Rohstoffe kombiniert und einer bestimmten Prozedur unterzogen, um schließlich ein neues Material mit Eigenschaften zu erhalten, die Ausgangsstoffe nicht besitzen.

Neben diesen materialimmanenten Faktoren spielt auch die ĂŒber tausendjĂ€hrige Geschichte des Porzellans eine große Rolle. ZunĂ€chst war die Porzellanherstellung das Privileg Ostasiens. Er- oder besser gefunden in China, dann auch in Korea und Japan etabliert, gelangten erste StĂŒcke im Mittelalter nach Europa. Dort sorgten sie fĂŒr Staunen und Furore, da die Vasen und Schalen unvergleichbar waren mit allen anderen keramischen Erzeugnissen, zu deren Fertigung man damals in Europa in der Lage war. Da man sich nicht erklĂ€ren konnte, wie diese Objekte beschaffen und hergestellt worden waren, glaubte man, es mit Wunderdingen zu tun zu haben. TatsĂ€chlich galt Porzellan bis in die Neuzeit als wundertĂ€tig, giftanzeigend oder giftneutralisierend. Deshalb gehörten Porzellanobjekte in jede gute Kunst- und Wunderkammer und wurden damit ein Teil höfischer ReprĂ€sentation.

Mit der Entdeckung des Seewegs nach Ostasien begann ein reger Warenaustausch und immer mehr Porzellan gelangte seit dem 17. Jahrhundert nach Europa. Aus den vermeintlichen wundertĂ€tigen Objekten wurden nun begehrte Luxusartikel, die man in möglichst großer FĂŒlle besitzen musste. Jetzt begann man auch, das Porzellan nicht nur ob seiner Schönheit und Eigenwilligkeit zu bewundern, sondern es auch zu benutzen. Zugleich entstanden die ersten Porzellansammlungen und – von den Niederlanden ausgehend – setzte die Mode der Porzellankabinette ein, die schließlich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein zu einem integralen Bestandteil der Schlossbaukunst wurden.

Analog zu dem Europa erfassenden Porzellanfieber wurde an vielen Orten und von vielen Menschen versucht, hinter das Geheimnis, das Arkanum des Porzellans zu kommen. Doch trotz außergewöhnlicher und phantastischer Leistungen wie dem Mediciporzellan in Florenz oder den französischen Frittenporzellanen, gelang es nicht, echtes Porzellan zu erzeugen. Erst 1708 schlug die Geburtsstunde des europĂ€ischen Porzellans, als es Johann Friedrich Böttger, Ehrenfried Walther von Tschirnhaus sowie einer ganzen Reihe versierter Fachleute der Bergakademie in Freiberg gelang, in Sachsen echtes Porzellan zu erzeugen. Faszinierend an der Entdeckung des Arkanums ist vor allem, dass es sich nicht um einen Zufallsfund handelte – wie es gerne auch heute noch kolportiert wird –, sondern eine ganz zielgerichtete und mit wissenschaftlicher Genauigkeit gefĂŒhrte Unternehmung war. Daraus entstand schließlich ab 1710 die Meissener Manufaktur, wenn man so will, die Mutter aller Manufakturen Europas.

Mix & Match: verschiedene Porzellanserien im Museum der Manufaktur FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Anfassen und mixen erwĂŒnscht: verschiedene FĂŒrstenberg Porzellanserien dĂŒrfen und sollen von den Besuchern nach Herzenslust kombiniert werden.

Was ist fĂŒr Sie typisch FĂŒrstenberg?

FĂŒrstenberg blickt auf der einen Seite zurĂŒck auf eine 270jĂ€hrige, faszinierende Geschichte. Dies könnte eine geradezu erdrĂŒckende Traditionslast erzeugen, doch FĂŒrstenberg sieht dieses Erbe in meinen Augen als stete Herausforderung. Die Manufaktur hat sich nie auf den Lorbeeren eines ominösen FrĂŒher ausgeruht, sondern stets mit dem Blick auf die Gegenwart agiert. So ist gerade auch das 21. Jahrhundert eine hochspannende Phase der FĂŒrstenberg Geschichte, denn die Manufaktur hat sich selbstbewusst als eine moderne Luxusmanufaktur neu aufgestellt. Dieser Prozess ist Ă€ußerst faszinierend, da FĂŒrstenberg auf diese Weise an die GrĂŒndungsgeschichte einer herzoglichen Unternehmung anschließt, ohne aber in die Falle der Nostalgie zu tappen. Vielmehr entstehen aus der Frage, was eigentlich eine moderne Manufaktur ausmacht, herausragende, anspruchsvolle und innovative Produkte von zugleich poetischer QualitĂ€t.

Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: Sabine Wittig

Der Zeitgeist des 19. Jahrhunderts: die Form Empire mit aufwÀndigem Dekor

Haben Sie ein LieblingsstĂŒck in der Ausstellung?

Eigentlich sind mir alle Objekte der Museumssammlung gleich lieb, da jedes Objekt mit so viel Geschichte und Geschichten aufgeladen ist. Selbst ein scheinbar banales StĂŒck entpuppt sich bei genauerem Hinsehen und tiefergehender BeschĂ€ftigung als Faszinosum. Deshalb war es auch besonders wichtig, sich bei der Auswahl der Objekte fĂŒr die Dauerausstellung streng zu beschrĂ€nken, um nicht auszuufern. Gerade weil jedes StĂŒck seine besondere WĂŒrde hat, war es mir sehr wichtig, ihm den nötigen Raum zur wirkungsvollen Entfaltung zu geben.

Besucherwertstatt im Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Wie kommt der Henkel an die Kanne? Wie wird eine Figur gegossen? Und wie entstehen eigentlich die filigranen Durchbruchkörbe? In der Besucherwerkstatt konnten wir einer Manufakturistin ĂŒber die Schulter schauen.

Welches ist das Àlteste Exponat?

Zu den Ă€ltesten Exponaten in der Ausstellung – und zugleich auch kuriosesten – gehören ein Teller und eine Tasse mit Untertasse, die von Johann Christoph Glaser bemalt wurden. Glaser war eine sehr umstrittene, zweifelhafte Persönlichkeit in der Geschichte der Manufaktur. Er kam wohl schon 1744 an den herzoglichen Hof, um sich als Arkanist anzudienen. Er muss erfahren haben, dass der Herzog von Braunschweig die GrĂŒndung einer Manufaktur ins Auge gefasst hatte. Der Glaser behauptete nun, im Besitz des Wissens um die Porzellanherstellung zu sein und wurde daraufhin beauftragt, eine Manufaktur aufzubauen. 1747 verfĂŒgte dann der Herzog, dass das Unternehmen in dem Jagdschloss seiner Vorfahren in FĂŒrstenberg einzurichten sei. Glaser experimentierte, versuchte und probierte in den folgenden Jahren mehr oder minder engagiert, letztlich  aber erfolglos. Denn es stellte sich heraus, dass er seinen vollmundigen Versprechungen keine Taten folgen lassen konnte. Kurz gesagt: er war ein Hochstapler. Es war ihm aber gelungen, sowohl den Herzog als auch den ihm zur Aufsicht ĂŒbergeordneten Manufakturdirektor jahrelang zu narren und mit (leeren) Versprechungen bei der Stange und den Geldfluss am Leben zu halten. Schließlich flog der Betrug aber auf und man stellte fest „Glaser ist vom echten Porzellan so weit entfernt wie Messing vom Golde“ – und jagte ihn aus FĂŒrstenberg fort.

Es ist bei altem Porzellan selten, ein Objekt einem bestimmten Menschen zuschreiben zu können (einem Porzellanmaler oder einem Dreher, oft kennt man noch nicht einmal den Entwerfer). Daher ist es umso aufregender, dass wir StĂŒcke zeigen können, die ausgerechnet durch die HĂ€nde dieses Scharlatans gegangen sind.

FĂŒrstenberg Jahreshasen | Foto: Sabine Wittig

Die FĂŒrstenberg Jahreshasen sind beliebte Sammelobjekte.

Bald wird zusĂ€tzlich zur Dauerausstellung das Schaumagazin eröffnet …

… das Schaumagazin ist die letzte Ausbaustufe der Dauerausstellung. Der Sammlungsbestand ist sehr umfangreich, er umfasst etwa 20.000 Objekte. Es ist verstĂ€ndlich, dass wir davon nur einen kleinen Teil in der Dauerausstellung zeigen können. Jedoch möchten wir unsere Besucher zumindest ansatzweise den einmaligen Reichtum unserer BestĂ€nde erleben lassen, denn in keinem anderen Museum gibt es eine derart umfangreiche und nahezu enzyklopĂ€dische Sammlung von FĂŒrstenberg Porzellan.

Herr Dr. Lechelt, dankeschön fĂŒr die Einblicke in Ihre Arbeit und die Welt des Porzellans!

Besucherwerkstatt Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Foto: Sabine Wittig

Nicht alle Dekore werden aufgemalt. Einige entstehen mit Hilfe aufgelegter Druckbilder. Auch wie das funktioniert erfÀhrt man in der Besucherwerkstatt.

Schön war’s in FĂŒrstenberg. Inspirierend und faszinierend. Und irgendwann, wenn uns eine Urlaubsfahrt wieder ins Weserbergland fĂŒhrt, kommen wir bestimmt nochmal. Um das Schaumagazin zu besichtigen, um Übersehenes zu entdecken und um erneut im Werksverkauf, der nur ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt, zu stöbern.

Historisches Treppenhaus im Museum Schloss FĂŒrstenberg | Foto: FĂŒrstenberg

Ganz in Weiß: das historische Treppenhaus des Museums | Foto: FĂŒrstenberg

Mit diesem Beitrag starte ich eine lose Serie ĂŒber Porzellanmuseen. Ich hab‘ in den letzten Jahren etliche besucht – manche auch mehrmals – und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Vielleicht kann ich dich ein wenig mit meiner Begeisterung fĂŒr Porzellan anstecken?

Fotos: FĂŒrstenberg (1,2, 11), Sabine Wittig (3 bis 10)

FĂŒnf Lieblingsentdeckungen der Ambiente 2018

Das sind meine fĂŒnf schönsten Entdeckungen der diesjĂ€hrigen Ambiente, die im Februar mehr als 134.000 Fachbesucher aus 168 LĂ€ndern nach Frankfurt gelockt hatte:

Porzellan von Anna Diekmann, Berlin. | Foto: Sabine Wittig

Porzellan von Anna Diekmann, Berlin. Foto: Sabine Wittig

Wunderschön schlicht, natĂŒrlich und ein kleines Bisschen unperfekt: Die Produktdesignerin Anna Diekmann gestaltet und fertigt PorzellangefĂ€ĂŸe in herrlichen Farben. SahnehĂ€ubchen sind die ergĂ€nzenden Accessoires aus Metall.

Accessoires aus Terrakotta und Holz | Foto: Kristina Dam Studio

Accessoires aus Terrakotta und Holz | Foto: Kristina Dam Studio

Minimalistisch, monochromatisch und komplett zeitlos: Möbel und Wohnaccessoires von Kristina Dam Studio aus Kopenhagen.

Banksy . Girl with Balloon | Foto: Marije Kuiper | Copyright: IXXI www.ixxiyourworld.com

Banksy . Girl with Balloon | Foto: Marije Kuiper | Copyright: IXXI www.ixxiyourworld.com

Ein Highlight fĂŒr Streetartfans: IXXI aus den Niederlanden hat jetzt auch Fotomotive des britischen GraffitikĂŒnstlers Banksy im Programm – zum Beispiel das MĂ€dchen mit Ballon.

Lyngby Porzellan | Foto: Lyngby

Lyngby Vasen und Kerzenleuchter | Foto: Lyngby

Die Lyngby Vasenfamilie hat Zuwachs bekommen: zwei hĂŒbsche, unterschiedlich hohe Kerzenleuchter mit den typischen Rillen.

Mobile Symphony von Flensted | Foto: Flensted

Mobile Symphony von Flensted | Foto: Flensted

Die Mobiles des Familienunternehmens Flensted werden in DĂ€nemark handgefertigt. Mein Favorit ist die Version ‚Symphony‘ aus schlichten, naturfarbenen Holzkugeln.

Fotos: Sabine Wittig (1), Kristina Dam Studio (2), Marije Kuiper (3), Lyngby (4), Flensted Mobiles (5)

Inspiration am Dienstag – FrĂŒhlingsblumen

FrĂŒhlingsblumenstrauß | Foto: Sabine WittigDer Sonntagskaffeeklatschbesuch brachte einen wunderschönen FrĂŒhlingsstrauß mit. Anemonen, Rosen, Hyazinthen und Ranunkeln. Feine Pinktöne, etwas Weiß und frisches GrĂŒn. Schön besonders: die filigranen Zweige des Asparagus.

Blumen und helles Holz | Foto: Sabine WittigWie so oft, teilen StrĂ€uße sich bei mir nicht lange nur einer Vase.

Hues of pink | Foto: Sabine WittigIch verteile die BlĂŒten gerne auf mehrere GefĂ€ĂŸe – so hab‘ ich meist viel lĂ€nger Freude an den Schönen.

Zartrosa BlĂŒten und helles Holz | Foto: Sabine Wittig

Lindform Vase | Foto: Sabine Wittig

Bezugsquellen:
Zartosa Porzellanvase: Lyngby
Holzvasen, Holzschale: kommod (ĂŒber la mesa)
Holzbox: rig tig by Stelton
Schmale Porzellanvase: Flohmarkt
Kleine Kugelvase: Lindform (ĂŒber Room to Dream)
Metalltablett Kaleido: Hay

Fotos: Sabine Wittig

Unterwegs: langes Herbstwochenende in Berlin

An der Spree im Herbst 2017 | Foto: Sabine Wittig

Entlang der Spree

Recht spontan waren Herr azurweiss und ich vergangenen November mal wieder im schönen Berlin. Drei Tage, in denen das Wetter bestĂ€ndig zwischen trĂŒbgrau und sonniggold hin und her wechselte.

Berlin Weißensee im November 2017 | Fotos: Sabine Wittig

Berlin Weißensee

Ich plane unsere Reisen im Vorfeld gerne – mehr oder weniger akribisch – durch. Erstelle Listen mit CafĂ©s, Restaurants, LĂ€den, Museen & Co. und notier‘ mir die besten Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Einfach, um die Zeit optimal zu nutzen und nichts Spannendes zu ĂŒbersehen. Dennoch lassen meine Listen stets genĂŒgend Raum fĂŒr Abweichungen und wir halten uns nicht sklavisch an Geplantes.

Diese Ziele standen dieses Mal auf der Agenda: das Studio Hausen in Weißensee, der Laden des Design Labels Neue Tische und der Showroom von Objekte unserer Tage in Mitte, das Hansaviertel und der Flohmarkt in der Straße des 17. Juni. Der Rest ergab sich von alleine.

Studio Hausen Berlin | Foto: Anne Deppe

Regalsystem Link Eiche/schwarz | Foto: Anne Deppe

Durch eine Pressemitteilung, die mir vor einiger Zeit ins Postfach flatterte, war ich auf das schön schlichte Regalsystem ‚Link‘ des Designers Jörg Höltje aufmerksam geworden. Bevors nach Berlin ging hab‘ ich Jörg gefragt, ob er mir ein bisschen was ĂŒber sein Label Studio Hausen erzĂ€hlen mag und wir haben uns in seinem BĂŒro auf dem Areal einer ehemaligen Bilderleistenfabrik in Weißensee verabredet.

Regalsystem Link von Studio Hausen | Foto: Anne Deppe

Regalsystem Link Eiche/weiß | Foto: Anne Deppe

Das Design des Regals hat mir schon auf den Bildern gefallen. Die QualitĂ€t hat mich dann vor Ort ĂŒberzeugt. Was ich besonders mag: Produziert wird ausschließlich in Deutschland. Gutes Material, solide Handwerksarbeit, kurze Wege. Das Holz fĂŒr die Regalbretter kommt aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus Europa. Es gibt keine Kleber oder andere Chemikalien, die sich negativ auf das Wohnklima auswirken könnten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Labels, die möglichst schnell möglichst viele Produkte auf den Markt bringen, konzentriert Jörg Höltje sich zunĂ€chst auf dieses eine Regal. Als Kunden haben wir dennoch genĂŒgend Auswahl. Denn es gibt die Bretter in unterschiedlichen LĂ€ngen und drei verschiedenen Holzarten (Eiche natur, Esche natur und Esche schwarz gebeizt) und die BĂŒgel sind in schwarz oder weiß zu haben. Außerdem wird das Regal bei Bedarf kleiner oder grĂ¶ĂŸer – verschiedene Packages machen’s möglich.

Ich fand den Ausflug nach Weißensee ĂŒbrigens nicht nur wegen des Treffens mit Jörg spannend. Weißensee ist ein Bezirk mit ganz eigenem Reiz. Manche StraßenzĂŒge wirken – beinahe kulissenartig – als wĂ€re die Mauer eben erst gefallen. Verlassene GebĂ€ude, verblasste Schrift an Fassaden, demolierte BriefkĂ€sten und dazwischen – vereinzelt – wie aus dem Ei gepellte frisch renovierte HĂ€user.

Hansaviertel Berlin | Foto: Sabine Wittig

Hansaviertel

Wenn du dich fĂŒr Architektur der 1950er Jahre interessierst, möchte ich dir einen Spaziergang durchs Hansaviertel ans Herz legen. Zur Internationalen Bauaustellung 1953 planten Architekten aus aller Welt – darunter Alvar Aalto, Egon Eiermann, Walter Gropius, Arne Jacobsen und Oscar Niemeyer – EinfamilienhĂ€user, MehrfamilienhĂ€user und öffentliche GebĂ€ude.

Hansaviertel Berlin | Foto: Sabine Wittig

Hansaviertel

Insgesamt 35 Objekte wurden realisiert – und so lassen sich heute wundervolle Perlen des ‚Neuen Bauens‘ auf recht kleinem Raum bestaunen. Ich hĂ€tte ja am liebsten an einigen TĂŒren gelĂ€utet und mich auch im Inneren der HĂ€user umgesehen. Das Hansaviertel erreichst du per S-Bahn (Haltestelle Bellevue) oder U-Bahn (Haltestelle Hansaplatz).

Showroom Objekte unserer Tage Berlin | Foto: Sabine Wittig

StĂŒhle ‚Schulz‘ im Showroom von Objekte unserer Tage (OUT)

Im Juni letzten Jahres erreichte mich die Einladung zur Eröffnung des Showrooms der Objekte unserer Tage (OUT). Extra deshalb nach Berlin zu fahren wĂ€r‘ ein bisschen zu aufwĂ€ndig geworden, aber ich hab‘ mir die Adresse gespeichert. Weil: Die Möbel des jungen Labels fand ich auf Anhieb und durch die Bank unheimlich schön. Schlicht sind sie, raffiniert, geradlinig. Einfach gut!

Showroom Objekte unserer Tage Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Showroom Objekte unserer Tage

Und wie Jörg Höltje setzen auch drei OUT Inhaber auf Made in Germany. DafĂŒr arbeiten sie Hand in Hand mit spezialisierten Handwerksbetrieben und ausgewĂ€hlten Manufakturen. Das Ergebnis: hochwertiges, langlebiges Design. Mag ich. Du findest den OUT Showroom im Haus des Reisens, in der Alexanderstraße 7.

Nicht weit entfernt vom Haus des Reisens – in der Rosa-Luxemburg-Straße 35 – befindet sich das Studio Neue Tische. Schon bei unserem letzten Berlinbesuch hatten Herr azurweiss und ich dort einen schönen, schlichten Esstisch entdeckt (wir waren schon seit lĂ€ngerem auf der Suche). Leider hatte das Studio damals geschlossen und wir mussten mit dem Blick durchs Schaufenster Vorlieb nehmen. Dieses Mal hatten wir uns angekĂŒndigt, konnten den Tisch genau betrachten und befĂŒhlen. Wir waren uns schnell einig, dass er unseren 25 Jahre alten Buchetisch wĂŒrdig ersetzen wĂŒrde und haben ihn bestellt. Im MĂ€rz soll er geliefert werden. Unsere Vorfreude ist groß.

Flohmarkt in der Straße des 17. Juni Berlin | Foto: Sabine Wittig

Trödelmarkt an der Straße des 17. Juni

FĂŒr Samstag hatten wir uns den Flohmarkt an der Straße des 17. Juni (direkt am S-Bahnhof Tiergarten) vorgenommen. Das Angebot dort ist toll. Wir haben viel hochwertiges Vintage Porzellan (KPM, Meissen, Rosenthal) gesehen und feines Design von Art DĂ©co bis Midcentury Modern entdeckt. Die Muße zum intensiven Stöbern und Einkaufen ist uns etwas abhanden gekommen, denn es war an dem Tag sehr kalt und  sehr windig. GlĂŒcklicherweise sind’s vom Trödelmarkt zum CafĂ© der Porzellanmanufaktur KPM nur ein paar Schritte und wir haben uns mit feinem Kaffee aus feinem Porzellan fĂŒrs Frieren entschĂ€digt.

Guten Kaffee getrunken (und nebenbei hĂŒbsches Fahrraddesign bewundert) haben wir außerdem im Steel Vintage Bike CafĂ© in Mitte (Wilhelmstraße 91). Das beste Abendessen (kreative Schweizer KĂŒche) hatten wir im Nola’s am Weinberg in der Veteranenstraße 9. Auf dem Weg dorthin sind wir ĂŒber Chairs gestolpert – ein kleines Eldorado fĂŒr Liebhaber von Vintage StĂŒhlen aus dem Midcentury Modern.

Im RĂŒckblick zu unserer Reise nach Leipzig im letzten Sommer hatte ich schon auf das Zeitgeschichtliche Forum verlinkt. Der Besuch dort hatte uns damals unheimlich beeindruckt. TrĂ€ger des Zeitgeschichtlichen Forums ist die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die auch in Berlin zwei unbedingt besuchenswerte Ausstellungen zeigt: Alltag der deutschen Teilung im TrĂ€nenpalast und Alltag in der DDR im Museum der Kulturbrauerei. Wir haben die beiden Ausstellungen an einem Tag besucht. Im TrĂ€nenpalast waren wir gerade noch rechtzeitig um an einer FĂŒhrung teilzunehmen – sehr, sehr empfehlenswert. Intensiver kann man das Leben in der DDR wohl kaum nachempfinden, wenn man – wie ich – das Leben dort nur vom Hörensagen kennt.

Im MĂ€rz steht die nĂ€chste Berlinreise an und die Liste der Ziele entsteht gerade. Charlottenburg spielt eine große Rolle.

Fotos: Anne Deppe (4,5), Sabine Wittig (1-3; 6-11)

Inspiration am Dienstag – Magnolien

Magnolien | Foto: Sabine Wittig
WĂ€re unser Garten nicht so klein, ich wĂŒrde eine Magnolie pflanzen. Gar nicht so sehr, um ihre kurze FrĂŒhjahrsblĂŒte draußen zu bewundern. Denn noch mehr mag ich ihre Zweige, Knospen und BlĂŒten – schon im Winter – drinnen.

Papierkranz Twig von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig
Unsere BlumenhÀndlerin hatte am Samstag erste Magnolienzweige im Angebot und zwei Exemplare stehen seitdem im Esszimmer.

MagnolienblĂŒte | Foto: Sabine Wittig
Beinahe stĂŒndlich verĂ€ndern sie sich. Aus Knospen werden sehr schnell BlĂŒten und aus BlĂŒten auch sehr schnell VerblĂŒhtes.

MagnolienblĂŒte | Foto: Sabine Wittig
Aber vielleicht ist’s gerade ihre FlĂŒchtigkeit, die wir an der Magnolie so lieben?

Minimagnolien | Foto: Sabine Wittig
Fotos: Sabine Wittig

Zu Besuch bei Nata Pestune (Suntree Studio) in Hamburg

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

War’s ein Foto auf Instagram? Ein inspirierender Beitrag auf einem meiner Lieblingsblogs? Oder tauchte sie in meinem Facebook-Feed auf? Ich kann gar nicht mehr sagen, wie ich auf Natas wundervolle Keramik gestoßen bin. Aber ich weiß noch, dass mir die schlichten Teller, Becher, Kannen & Co. auf Anhieb gefallen haben. Sehr. Eine Auswahl von Natas Kollektion hab‘ ich spontan ins la mesa Sortiment aufgenommen. Und meine Hamburgreise im vergangenen Sommer hab‘ ich dazu genutzt, Nata in ihrem Atelier in EimsbĂŒttel zu besuchen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Nata Pestune lebt seit gut fĂŒnf Jahren in Hamburg. 2014 hat sie ihr Label Suntree gegrĂŒndet. // Foto links: Sabine Wittig | Foto rechts: Igor Trepeshchenok

GegrĂŒndet hat Nata ihr Label vor rund 3,5 Jahren. UrsprĂŒnglich hatte die gebĂŒrtige Lettin Sinologie studiert – und auch einige Zeit in China gelebt. Dann wurde die Passion fĂŒr Keramik intensiver und Suntree ist entstanden. Nata teilt sich ihr Studio in EimsbĂŒttel mit der Grafikerin Friederike Stoffregen, deren Poster und Karten die schlichte Keramik perfekt ergĂ€nzen. In einem kleinen Interview erzĂ€hlt Nata von ihrer Arbeit und verrĂ€t ihre drei Hamburger LieblingscafĂ©s.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Ein Laden, zwei Labels: Die Papeterie von Friederike Stoffregen (Studiofrigo) ergÀnzt Natas Keramik ganz wundervoll.

Nata, woher kommt deine Liebe zur Keramik?

In China spielt Tee eine große Rolle. WĂ€hrend meiner Zeit dort, kam ich tĂ€glich mit gutem Tee und der passenden Keramik in BerĂŒhrung. Da habe ich meine Leidenschaft fĂŒr das Material entdeckt. Meine ersten selbst gefertigten StĂŒcke waren Teebecher, erst kleinere, dann grĂ¶ĂŸere. Ich mag gut verarbeitete Produkte, die schön, funktional und langlebig sind. Keramik und Porzellan sind perfekte Materialien dafĂŒr.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Keramik oder Porzellan – fĂŒr welches Material schlĂ€gt dein Herz höher?

FĂŒr beide. Aber aus unterschiedlichen GrĂŒnden. Porzellan kann Glasuren wunderschön zum Strahlen bringen. An Keramik mag ich das Rustikale, Raue. Keramik und Porzellan – fĂŒr mich ist das ein bisschen wie Himmel und Erde.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Foto links: Igor Trepeshchenok | Foto rechts: Sabine Wittig

Was inspiriert dich fĂŒr deine Arbeit?

ZunĂ€chst ist da eine Idee in meinem Kopf. Es beflĂŒgelt mich, wenn ich genau weiß, was ich tun möchte und ein klares Bild des fertigen Produkts vor Augen habe. Gleichzeitig verĂ€ndere ich manchmal nur eine Kleinigkeit und es entsteht etwas völlig anderes. Und: Ich probiere gerne unterschiedliche Farbkombinationen aus.

Von Zeit zu Zeit arbeite ich auch mit komplett anderen Materialen – Textilien zum Beispiel. Besonders inspirierend und motivierend sind fĂŒr mich auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kreativen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Schöne Kombi: Becher aus glasierter und Krug aus matter Keramik.

Dein perfekter Arbeitstag 


Ich stehe zwischen sechs und halb sieben auf und drehe eine Runde mit meiner HĂŒndin Luna. Dann mache ich ein paar Yoga-Übungen – einige Asanas und den Sonnengruß. Nach dem FrĂŒhstĂŒck gehe ich ins Studio. Am liebsten in Begleitung von Luna, wenn sie nicht mit meinem Mann zur Arbeit geht. Ich versuche, mein Tagespensum bis 17.00 Uhr zu schaffen um genĂŒgend Zeit fĂŒr Familie, Sport und zum Lesen zu haben. Obwohl ich meine Arbeit sehr liebe, möchte ich kĂŒnftig versuchen, sie in maximal fĂŒnf Stunden pro Tag zu erledigen um noch mehr Zeit fĂŒr anderes zu gewinnen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Du lebst seit fĂŒnf Jahren in Hamburg, welches sind deine liebsten CafĂ©s und Restaurants?

Vor einiger Zeit hat das GlĂŒcksburg Altona (Ophagen 1) eröffnet, ein kleines Take-Away-CafĂ©, das ich sehr gerne mag. Es gibt dort so liebevoll gemachte vegane Kuchen. Die Alpenkantine (Osterstraße 98) mag ich besonders wegen der leckeren Desserts. Und einen wunderbar leckeren Mittagstisch gibt’s im CafĂ© DĂ©lice in der Osterstraße 168.

Dankesehr, Nata, fĂŒr den inspirierenden Nachmittag in deinem schönen Suntree Studio!

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Wenn du in Hamburg wohnst – oder die schöne Hansestadt besuchst – schau‘ doch mal bei Nata und Friederike vorbei. Die Adresse ist:

SUNTREE Studio + Studiofrigo
Hellkamp 60
20255 Hamburg

www.suntreestudio.com
www.studiofrigo-hamburg.com

Fotos: Igor Trepeshchenok (3 + 6), Sabine Wittig (1,2,4,5,7-11)

Eine kleine Auswahl von Natas Keramik findest du bei la mesa.

Inspiration am Dienstag – Weiß mag Sand

Die HortensienbĂ€lle von hier wandern noch immer durch unser Haus. Sie stehen mal hier, schmĂŒcken mal dort. Heute sind sie die Inspiration fĂŒr eine schlichte Tischdekoration in sand/weiß.

Hortensien | Foto: Sabine WittigBesonders schön sind die trockenen BlĂŒten, wenn die Sonne sanfte Strahlen auf sie wirft.

Getrocknete Hortensie | Foto: Sabine WittigIch werd‘ die zarten Schönen sicher noch fĂŒr lange Zeit bewahren.

Becher Anna Sykora | Foto: Sabine WittigDie hĂŒbschen Porzellanbecher von Anna Sykora sehen auch kopfĂŒber fein aus. Sie verstecken kleine Überraschungen, die darauf warten, von den GĂ€sten aufgedeckt zu werden.

PorzellanschĂ€lchen Raumgestalt | Foto: Sabine WittigMini-Schoko-Cookies werden in PorzellanschĂ€lchen von Raumgestalt serviert. Das Bisquitporzellan trĂ€gt eine BordĂŒre aus aufgeschmolzenen Glastropfen. FĂŒhlt sich gut an.

Porzellanvase Anna Sykora | Foto: Sabine Wittig

Bezugsquellen:

Vase und Kaffeebecher: Anna Sykora (ĂŒber la mesa)
Weiße SchĂ€lchen aus Bisquitporzellan: Raumgestalt (ĂŒber la mesa)
Weiße MinischĂ€lchen: Reichenbach (ĂŒber la mesa)

Fotos: Sabine Wittig