Zwischen Zuversicht und Zweifel

Sydney Harbour Bridge

Vor gut vier Wochen ist dieses Foto entstanden. Am Ende unseres Australienurlaubs. Als die Welt noch eine unbeschwertere war. Und wie sieht diese Welt heute aus? Stillstand, Einsamkeit, Krankheit, Trauer und (Existenz-)Ă€ngste fĂŒr so viele. Unglaubliche Arbeitspensen und ein enormer Druck fĂŒr viele, viele andere. Aber auch SolidaritĂ€t, Eigeninitiative, KreativitĂ€t, WertschĂ€tzung und ganz neue PrioritĂ€ten.

Ich bin Optimistin und schaffe es normalerweise ganz gut, in allem das Positive zu entdecken. Im Moment bin ich allerdings hin- und hergerissen zwischen Zuversicht (am Ende wird alles gut, womöglich besser als zuvor) und Zweifel (was, wenn es noch schlimmer kommt?).

Geht es dir genauso? Dann helfen dir vielleicht die Texte und Videos, die das  Zukunftsinstitut Horx im Zusammenhang mit Corona hier zur VerfĂŒgung stellt. Ich lese dort regelmĂ€ĂŸig, mir geben die Inhalte Orientierung und sie machen mir Mut.

Komplett unabhĂ€ngig von Corona – aber dennoch passend zum großen Thema VerĂ€nderungen – hab‘ ich außerdem zwei Buchtipps fĂŒr dich. (Unbeauftragte Werbung*)

Wenn das Schicksal anklopft ... | Buchempfehlung von Sabine Wittig

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf : Im neuesten Romand der französischen Autorin Marie-Sabine Roger geht es um Zweifel und Ängste. Aber noch viel mehr um Perspektivenwechsel, den anderen Blick auf die RealitĂ€t und darum, wie kleine (und grĂ¶ĂŸere) VerĂ€nderungen unglaublich viel Positives bewirken können.

Marie-Sabine Roger erzĂ€hlt eine hinreißende Geschichte ĂŒber zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Deren Wege sich zufĂ€llig kreuzen und deren Leben dadurch ihre Richtungen Ă€ndern. Neben der eigentlichen Geschichte mag ich die kluge und nuancierte Sprache des Buchs. Einige der einprĂ€gsamsten Bilder lĂ€sst Marie-Sabine Roger in unserem Kopf vor allem durch das, was sie NICHT sagt, entstehen. (Und Übersetzerin Claudia Kalscheuer sorgt dafĂŒr, dass wir auch im Deutschen in den Genuss dieser erzĂ€hlerischen Leckerbissen kommen.) Bei aller Tragik der Figuren (nicht nur der beiden Protagonistinnen) ist es zwar ein nachdenklich machendes aber kein tieftrauriges Buch. Im Gegenteil, manche Situationen sind so komisch, dass ich beim Lesen laut lachen musste.

Wenn dir der Stil von Marie-Sabine Roger gefĂ€llt, magst du vielleicht auch ihren schon Ă€lteren ErzĂ€hlband Die KĂŒche ist zum Tanzen da. Ich hab‘ ihn mir vor lĂ€ngerer Zeit gekauft und kĂŒrzlich zum zweiten Mal gelesen. Die 14 Geschichten sind stiller und melancholischer als der neue Roman, aber genauso liebenswert.

Die KĂŒche ist zum Tanzen da von Marie-Sabine Roger | Buchtipp von Sabine Wittig

Beide BĂŒcher sind im Atlantik Verlag erschienen. Du kannst sie direkt bei deiner lokalen Lieblingsbuchhandlung bestellen. Gerade jetzt ist es soooo wichtig, die kleinen LĂ€den zu unterstĂŒtzen. Viele bieten ganz wundervolle Services an (z. B. persönliche, kontaktlose Auslieferung, hĂŒbsche Geschenkverpackungen, individuelle Grußkarten etc.) Vielleicht magst du eines der BĂŒcher fĂŒr einen Lieblingsmenschen bestellen und – zusammen mit einer schönen Osterkarte – direkt dorthin liefern lassen?

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf
ISBN: 978-3-455-00843-2
Erschienen: 04.02.2020
22,- Euro

Die KĂŒche ist zum Tanzen da
ISBN: 978-3-455-60028-5
Erschienen: 16.04.2016
18,- Euro

*Das Buch „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zugesandt.

Fotos: Lars Schietinger (1), Sabine Wittig (2+3)

Gerne weniger

sabine wittig, kommunikationsberaterin aus stuttgartVor einigen Jahren begann ein neues Jahr fĂŒr mich mit einer Fastenwoche. Das war eine spannende Erfahrung. Ich fĂŒhlte mich energiegeladen und unglaublich fit. Konnte GerĂŒche besonders intensiv wahrnehmen und hatte danach fĂŒr recht lange Zeit keine Lust mehr auf SĂŒĂŸes. Die Wiederholung im darauffolgenden neuen Jahr verlief nicht ganz so gut. Am Tag des Fastenbrechens spielte mein Kreislauf verrĂŒckt. Seitdem faste ich nur noch selektiv – aber dafĂŒr lĂ€nger als eine Woche. Immer vom 1. Januar bis zu meinem Geburtstag Mitte Februar trinke ich keinen Alkohol.

Dieses Jahr verzichte ich zusĂ€tzlich auf Konsum (Lebensmittel ausgenommen), SĂŒĂŸigkeiten und Zucker im Kaffee (den versuche ich mir schon seit lĂ€ngerem abzugewöhnen).

Die Alkoholaskese fĂ€llt mir leicht. Auch der temporĂ€re Konsumverzicht (keine Kleidung, keine Wohnsachen, keine BĂŒcher, …) ist nicht sonderlich herausfordernd. Schon seit geraumer Zeit trenne ich mich lieber von Dingen, als dass Neues hinzukommt. (Was nicht bedeutet, dass ich bei feiner Keramik oder einem schönen KleidungsstĂŒck nicht schwach wurde. Vom wahren Minimalismus bin ich weit, sehr weit entfernt.) In Sachen BĂŒcher hab‘ ich ein bisschen geschummelt und im Dezember einen kleinen Vorrat angeschafft. Das mit den SĂŒĂŸigkeiten und dem Zucker ist wirklich schwer.

Im Dezember war ich spontan fĂŒr zwei Tage in MĂŒnchen und hab‘ vor der RĂŒckfahrt in der Bahnhofsbuchhandlung das Buch (unbeauftragte Werbung) „Schluss mit dem tĂ€glichen Weltuntergang“ von Maren Urner gefunden. Was fĂŒr ein GlĂŒck. Ich kann schon heute sagen, dass dieses Werk eines meiner wichtigsten BĂŒcher 2020 sein wird. Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin und zeigt, wie uns die alltĂ€gliche (meist digitale) Informationsflut stresst und warum die Welt in vielen Bereichen in Wirklichkeit besser ist als die (meist negativen) Schlagzeilen es vermuten lassen. Und weshalb es entscheidend ist, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken.

Das Internet gehört zu meinem Leben (beruflich wie privat), ich mag meine Communities in den sozialen Medien und ich bin froh ĂŒber die komfortablen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung. Trotzdem gesellen sich zur Inspiration und zum freundlichen Austausch auch Überdruss und Unzufriedenheit. Dank Maren Urner weiß ich jetzt, woran das liegt. Den Griff zum Smartphone werde ich kĂŒnftig deshalb öfter sein lassen. Also bitte nicht wundern, wenn es mit meinen Antworten bei Instragram, WhatsApp und Co. ein bisschen lĂ€nger dauert. Ich bin wahrscheinlich im Garten oder bĂŒcherlesend auf dem Sofa. Mit einer Tasse Kaffee ohne Zucker.

Fotos: Sabine Wittig

archiv/e Magazin

archiv/e Magazin Ausgabe 2 | Foto: Sabine WittigMinus sechs Grad, Raureif, Nebel. Frostig schön empfĂ€ngt uns das neue Jahr. Bevor Herr azurweiss und ich uns gleich (sehr) warm anziehen und mit unseren Nachbarn im Garten auf 2017 anstoßen, blieb am Vormittag ein wenig Zeit auf dem kuschligen Sofa. Zum BlĂ€ttern und Lesen.

archiv/e Magazin Ausagabe 2

Ich hab‘ – wie schon so oft – die zweite Ausgabe von Linas und Anselms archiv/e Magazin zur Hand genommen. Sie ist vergangenen September erschienen und liegt seitdem stets griffbereit im Wohnzimmer. FĂŒr kurze Auszeiten und kleine InspirationsschĂŒbe zwischendurch.

archiv/e Magazin Ausgabe 2

GefĂŒllt ist das Magazin mit schönen Bildern, inspirierenden Geschichten und klugen Gedanken aus den Federn und Kameras der Bloggerinnen Jules Villbrandt (Herz & Blut), Cindy Ruch (cake+camera), Julia Herrmann (Chestnut & Sage) und Indre Zetsche (M i MA).

archiv/e Magazin Ausgabe 2

Heute hab‘ ich Cindys Fernweh geteilt, bin ihren Reisegeschichten nach Sevilla, Barcelona und an Sydneys Bondi Beach gefolgt. Hab‘ Cindys Gedanken mit eigenen Erinnerungen an vergangene Sommermomente und der Vorfreude und Neugier auf kommende verwoben.

archiv/e Magazin | Foto: Sabine Wittig

Ich mochte schon die erste Ausgabe dieses feinen, leisen Magazins und hab‘ das Publizieren der Nummer Zwei sehr gerne mit einer Anzeige fĂŒr la mesa unterstĂŒtzt. Denn: Das archiv/e Magazin ist ein echtes Herzensprojekt, in das Lina und Anselm  viel, viel (Frei-)Zeit, Kraft und Energie investieren.

archiv/e Magazin, Dinner | Foto: Ines Marquet

Im Juni hatten die beiden die beteiligten Bloggerinnen zu einem kleinen Dinner geladen – und ich freu‘ mich sehr, dass ein paar Produkte aus meinem kleinen Shop (z. B. Vasen von Anna Sykora und Ineke van der Werff) Teil der Tischdeko sein und zu einem gelungenen Abend beitragen durften.

archiv/e Magazin Dinner | Foto: Ines Marquet

Mit diesem hĂŒbschen Blumengruß wĂŒnsch‘ ich dir ein frohes, gesundes, friedliches, inspirierendes und glĂŒckerfĂŒlltes Jahr 2017!

Herzlich, Sabine

Fotos: Sabine Wittig (1-5), Ines Marquet (6+7)

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Auf 2016

Alexander Girard | Four Leave Clover bei VitraIch wĂŒnsch‘ dir ein gesundes, glĂŒckliches, traumhaftes 2016!

Das GlĂŒcksmotiv (Print „Four Leaf Clover“ aus der Environmental Enrichment Panels Serie von Alexander Girard) hab‘ ich im Vitra Haus fotografiert, wohin Herr azurweiss und ich vorgestern sehr spontan gefahren sind. Ein inspirierender Ausklang des Jahres 2015, das ausgefĂŒllt war mit zahlreichen GlĂŒcksmomenten, spannenden Begegnungen, schönen Projekten, viel Lebensfreude aber auch mit Traurigkeit und Tagen in moll durch Krankheit und Tod im Freundes- und Familienkreis.

Zum Jahreswechsel einmal mehr der Vorsatz:  im Hier und Jetzt leben. Vorhaben, PlĂ€ne und TrĂ€ume nicht auf spĂ€ter schieben und kleinen  Ärgernissen keinen Raum geben. Es schreibt sich so einfach. Manches wird der Alltag wieder aus dem Fokus schieben. Deshalb  ist das hier (m)ein Platz, um ein paar Dinge fĂŒr 2016 festzuhalten:  Wann, wenn nicht jetzt | Sabine WittigIch möchte ein bisschen weniger arbeiten und (wieder) mehr Zeit mit Freunden verbringen, öfter verreisen, gesĂŒnder kochen und den Garten in Teilen neu gestalten. Ich möchte meine Fotografierkenntnisse verbessern und in Sachen Styling viel mehr experimentieren. 2016 wird es zwei la mesa open days geben (den ersten am 19. MĂ€rz, den zweiten Ende Oktober). Außerdem trage ich eine Handvoll Produktideen im Kopf, die (endlich) RealitĂ€t werden sollen. Im Esszimmer soll ein grĂ¶ĂŸerer Tisch mehr Platz fĂŒr GĂ€ste bieten.

Ich freu‘ mich, wenn du auch 2016 Teil meines Lebens bleibst, meine Postings liest, deine Gedanken mit mir teilst – ganz egal, ob als Kommentar hier auf dem Blog, bei Instagram, oder per E-Mail . Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns auch (wieder) im Leben 1.0. Das wĂ€r‘ schön!

Herzlich, Sabine

Fotos: Sabine Wittig