Im Museum der Königlichen Porzellan-Manufaktur KPM in Berlin

Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin | Foto: KPM

Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin | Foto: KPM

[Werbung*] Berlin. Immer wenn ich dort bin, fĂŒhrt mindestens ein Weg zu KPM. Manchmal schau‘ ich nur in dem hĂŒbschen kleinen Shop „The Box“ in den Hackeschen Höfen vorbei, meist geht’s aber zum Flagshipstore in die Wegelystraße. Hier befindet sich auch das Museum des Porzellanherstellers. WĂ€hrend meiner letzten Berlinreise im MĂ€rz hab‘ ich mir dafĂŒr mal wieder Zeit genommen. Seit meinem letzten Besuch vor ein paar Jahren hat sich manches verĂ€ndert.

Mitmach-Manufaktur KPM Berlin | Foto: KPM

Mitmach-Manufaktur KPM Berlin. In der Mitte an der Wand: das kobaltblaue Zepter, mit dem das Porzellan seit der GrĂŒndung der Manufaktur gemarkt wird. | Foto: KPM

So gibt es dort jetzt die KPM Mitmach-Manufaktur. Ein schöner heller Raum, in dem man den Manufakturisten nicht nur ĂŒber die Schulter schauen, sondern in Workshops auch selbst Hand anlegen kann. Ich durfte wĂ€hrend meines Besuchs ein MilchkĂ€nnchen und eine Tasse mit Henkel versehen – und weiß Manufakturporzellan seitdem noch mehr zu schĂ€tzen. Denn: Was sich trivial anhört, erfordert außerordentliches FingerspitzegefĂŒhl. Der Henkel wird prĂ€zise angesetzt und mit Schlicker (so nennen Porzelliner ihren Klebstoff) fixiert. Reste des Schlickers mĂŒssen sehr schnell und sehr grĂŒndlich wieder entfernt werden, ohne dabei Tasse oder Henkel zu verformen. Und die Gefahr ist groß, denn das Porzellan ist in diesem Stadium noch ganz weich.

Mitmachmanufaktur KPM Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Geht nur mit viel Erfahrung und GefĂŒhl: die manuelle Fertigung von Porzellan. Fotos: Sabine Wittig

Den Henkel hab‘ ich zwar mehr oder weniger gerade hinbekommen, aber beim Entfernen des Schlickers hab‘ ich aufgegeben und das der Expertin ĂŒberlassen.

Mitmach-Manufaktur KPM Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Porzellan besteht aus Kaolin, Feldspat und Quarz. Die genaue Rezeptur – das Arkanum – bleibt aber ein wohl gehĂŒtetes Geheimnis. Fotos: Sabine Wittig

KPM Mitmach-Manufaktur | Fotos: Sabine Wittig

Farben, Marken, QualitÀt: unterschiedliche Themeninseln in der Mitmach-Manufaktur geben Einblicke in die Herstellung von KPM Porzellan. Fotos: Sabine Wittig

Auch ohne Workshop lohnt es sich, sich in der Mitmach-Manufaktur genauer umzusehen. Du erfÀhrst hier viele Details der Porzellanherstellung, kannst anfassen, staunen, nachvollziehen. Oder dich einfach nur inspirieren lassen.

Museum KPM Königliche Porzellan-Manufaktur | Foto: KPM

Ausstellungsraum in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin | Foto: KPM

Die Königliche Porzellan-Manufaktur ist Berlins Ă€ltester noch existierender Handwerksbetrieb. GegrĂŒndet wurde sie von Friedrich II., dem Großen, der 1763 eine bestehende Porzellanmanufaktur des Berliner Kaufmanns Ernst Gotzkowsky erworben hatte. Der ‚Alte Fritz‘ selbst ließ bei KPM 21 Hofservice fĂŒr die königlichen Schlösser fertigen und bezeichnete sich selbst als sein bester Kunde. Bis zur Abdankung Kaiser Wilhelms II. im Jahr 1918 war die Manufaktur im Besitz von sieben Königen und Kaisern.

Die Geschichte von KPM – sie ist eng mit der Geschichte Preußens und Berlins verknĂŒpft – wird in der Ausstellung anhand vieler Exponate erzĂ€hlt. Man braucht nicht unbedingt eine FĂŒhrung, denn alle StĂŒcke sind ausfĂŒhrlich beschrieben. Aber spannender wird der Rundgang mit FĂŒhrer auf jeden Fall. Ich hab‘ die ErklĂ€rungen und Anekdoten rund um das weiße Gold sehr genossen, viel ĂŒber die Porzellanherstellung dazugelernt und jede Menge (Kunst)Geschichtliches aus den unterschiedlichen Epochen – vom Rokoko ĂŒber das Bauhaus bis heute – erfahren.

Porzellanformen und Service Urbino im Museum bei KPM Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Inspirierend prĂ€sentiert: Gussformen fĂŒr die Porzellanherstellung (links). Eins meiner Lieblingsgeschirre von KPM: die Serie Urbino – entworfen 1930 bis 1932 von Trude Petri (rechts). Fotos: Sabine Wittig

Ein wundervolles Highlight der KPM Welt ist die Inszenierung der historischen Ringkammerofenhalle. Die Ofenkammern – in denen einst das Porzellan gebrannt wurde – sind heute RĂ€ume fĂŒr die inspirierende Zurschaustellung von Geschirr, Formen, Hilfsmitteln und sogar Scherben. Herrlich!

Ringkammerofenhalle KPM Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Die einstigen Ofenkammern werden heute als BĂŒhne fĂŒr kreative Inszenierungen genutzt. Fotos: Sabine Wittig

KPM Berlin Museumscafé | Fotos: Sabine Wittig

Aus welcher Tasse magst du deinen Kaffee genießen? Im KPM CafĂ© hast du freie Wahl beim Geschirr. Ich hab‘ mich fĂŒr Kurland entschieden – ein KPM Klassiker. Die Serie ist im Jahr 1790 (!) entstanden und trĂ€gt den Namen des damaligen Auftraggebers, dem Herzog von Kurland. Fotos: Sabine Wittig

Nach dem Museumsbesuch kannst du im KPM Flagshipstore stöbern (es gibt dort auch immer ein paar preisreduzierte II.Wahl-StĂŒcke und wenn du GlĂŒck hast, ist dein Lieblingsservice dabei) und Kaffee und Kuchen im KPM CafĂ© genießen.

*Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie ĂŒber Porzellanmuseen. Ich schreibe diese Serie, weil kein anderer Werkstoff mich so fasziniert wie das weiße Gold. KPM hat mir fĂŒr diesen Artikel freien Eintritt ins Museum ermöglicht und eine FĂŒhrung sowie einen Mini-Workshop in der Mitmach-Manufaktur organisiert. Deshalb ist mein Beitrag als Werbung gekennzeichnet. Herzlichen Dank nochmals an KPM fĂŒr die spannenden und inspirierenden Stunden – und bis zum nĂ€chsten Mal!

KPM Welt
Museum und Flagshipstore
Wegelystraße 1
Geöffnet Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr
S-Bahn: Tiergarten

www.kpm-berlin.com

Fotos: KPM (1, 2, 10); Sabine Wittig (3 bis 9 und 11 bis 16)

Porzellan trifft Birkenrinde: Anna Badur & Moya Birchbark

Ausstellung von Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigZwei kreative Designerinnen, beide leben in Berlin, jede fĂŒhrt ihr eigenes kleines Label. Anna Badur und Anastasiya Koshcheeva. Anna entwirft Wundervolles aus Porzellan, Stoff und Stein. Anastasiya hat sich ganz der Birkenrinde als Werkstoff fĂŒr ihre  Wohnaccessoires verschrieben. Bei einer Veranstaltung haben die beiden Frauen sich kennengelernt und arbeiten seitdem immer mal wieder zusammen. Ihr letztes Projekt: eine gemeinsame Ausstellung ihrer Produkte. Ich hab‘ die beiden im MĂ€rz – am vorletzten Tag der Ausstellung – in Berlin besucht und war begeistert, wie fein ihre Kollektionen zusammenpassen.

Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigAnnas Arbeiten kenne ich schon lĂ€nger – vor allem ihre erst kĂŒrzlich entstandenen Porzellanserien mag ich sehr. Die Teller, Becher und Vasen haben etwas FlĂŒchtiges, Leichtes. Erinnern an Wasser, Nebel, Gischt und an die permanent wechselnden Muster, die Meereswellen in Sand zeichnen. Das verwundert nicht, denn Annas wichtigste Inspiration ist die NordseekĂŒste. Dort ist sie aufgewachsen.

Porzellanserie TIDE von Anna Badur | Foto: Sabine WittigDie Dessins werden von Hand aufgemalt und sind auf jedem StĂŒck ein bisschen anders.  Seit Februar gibt’s Becher und Vasen der Serie TIDE auch bei la mesa.

Moya Birchbark im Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigBirkenrinde als Material fĂŒr Wohnaccessoires? Was man wohl nicht auf Anhieb in Zusammenhang bringt, ist in Wirklichkeit traditionelle sibirische Handwerkskunst. Unter ihrem Label MOYA verwandelt die deutsch-russische Designerin Anastasiya Koshcheeva das Naturprodukt in schlichtes, nachhaltiges Design.So schön. FĂŒr ihre Vorratsdosen, Leuchten und Hocker nutzt sie naturbelassene Rinde aus der Taiga Sibiriens. Geerntet wird einmal pro Jahr. Dabei wird darauf geachtet, dass die innere Rindenschicht nicht verletzt wird und die BĂ€ume keinen Schaden nehmen.

Vorratsdosen aus Birkenrinde von Moya und Porzellanteller von Anna Badur | Foto: Sabine WittigWomit ich nicht gerechnet hĂ€tte: Die Vorratsdosen sind lebensmittelecht – Kaffee, Tee und Leckereien dĂŒrfen also ohne zusĂ€tzliche Verpackung rein. Die BehĂ€lter können mit Wasser ausgespĂŒlt werden, ohne dass sich das Material verzieht, austrocknet oder porös wird. Ziemlich gut, oder?

Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigNicht nur die Produkte von Anna und Anastasiya passen aufs Schönste zusammen – die beiden Designerinnen haben sich fĂŒr ihre Ausstellung auch einen perfekten Rahmen gewĂ€hlt: den Showraum Trofejas im Erdgeschoss eines Wohnhauses in Berlin-Charlottenburg. Die eklektische Möblierung des Raums erzeugt spannende StilbrĂŒche und ist wunderbare BĂŒhne fĂŒr feines Design. Schon bald findet dort eine weitere – sicher sehenswerte – Ausstellung statt: Dieses Mal treffen Schmuck und Fotokunst aufeinander. Schau‘ doch vorbei, wenn du in Berlin wohnst – oder in der NĂ€he bist.

Einladung zur Ausstellung im Trofejas Showraum in Berlin-Charlottenburg

Der Trofejas Showraum befindet sich in der Wielandstraße 31 in Berlin-Charlottenburg. Einfach wĂ€hrend  der Öffnungszeiten an der HaustĂŒr klingeln!

Fotos: Sabine Wittig; Ausstellungseinladung: Trofejas, Ülle Kouts, Jurga Graf

Unterwegs: SpĂ€twintertage in der LĂŒbecker Bucht

Hohwacht an der Ostsee | Foto: Sabine Wittig
Den Februar ließen Herr azurweiss und ich an der Ostsee zu Ende gehen. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint und beinahe jeden Tag Sonne geschickt. Dazu frischen Wind, hin und wieder Schnee und herrlich klare Luft.
Pelzerhaken an der Ostsee | Fotos: Sabine WittigDie See blieb sanft, die StrĂ€nde waren fast immer leer. Und wundervoll unspektakulĂ€r auch unsere Ausflugsziele. Falls du eine (Winter)reise an die Schleswig Holsteinische Ostsee planst – hier ein paar Tipps:

Eutin, Holsteinische Schweiz | Fotos: Sabine Wittig

Schloss Eutin

Eutin nennt sich selbst auch augenzwinkernd „Weimar des Nordens“. Und tatsĂ€chlich hat das kleine StĂ€dtchen in der Holsteinischen Schweiz in puncto SehenswĂŒrdigkeiten, Kulturangebot und berĂŒhmter Persönlichkeiten (z. B. begegnete Katharina die Große hier ihrem spĂ€teren Gemahl, dem angehenden Zaren von Russland) einiges zu bieten. Die Saison beginnt allerdings erst im FrĂŒhjahr und so konnten wir vom hĂŒbschen Eutiner Schloss nur den Innenhof besichtigen. Ebenfalls verschlossen (wir waren an einem Montag in der Stadt) blieb uns ein vielversprechender Trödelladen direkt am Marktplatz und leider auch die Eutiner Kaffeerösterei. Der Blick durchs Schaufenster war verfĂŒhrerisch und gerne hĂ€tten wir den Kaffee dort probiert.
Wenn du AntiquitĂ€ten magst, lohnt sich die Fahrt ins rund 25 km entfernte Ahrensbök zum Antikhof Gnissau. Von außen wirkt das ehemalige Restaurant unspektakulĂ€r – doch hinter der EingangstĂŒr erwartet dich eine Zeitreise. Inhaberin Roswitha Zopp hat Möbel, Porzellan, Glas und Kurioses aus unterschiedlichen Epochen zusammengetragen und liebevoll dekoriert. Barock, Klassizismus und Jugendstil ĂŒberwiegen, aber hin und wieder gibt’s auch StĂŒcke aus dem Midcentury Modern.

Timmendorfer Strand | Fotos: Sabine Wittig

Timmendorfer Strand: Restaurant im Barefoot Hotel und Blick auf die Ostsee

Timmendorfer Strand. ZwiespĂ€ltig sind die Erinnerungen an dieses Ostseebad. Ein  herrlicher VorfrĂŒhlingstag hat uns wundervolle Augenblicke am schönen Strand beschert. Das Spazieren entlang der Promenade fanden wir wenig reizvoll. Zu langweilig die LĂ€den, zu lieblos die CafĂ©s und Kneipen. Versöhnt wurden wir ein paar Schritte vom Strand entfernt, im CafĂ©-Restaurant des Barefoot Hotels. Ich hatte die Adresse zuhause schon notiert, denn ich wollte mir das von Til Schweiger ausgestattete Hotel unbedingt ansehen. Erwartet hatte ich eine Überdosis Barefoot Style und war ein bisschen skeptisch. Doch das Haus ist gut gelungen. Stimmig, gemĂŒtlich, unaufgeregt. Der Kaffee war fantastisch, die Bedienung unheimlich freundlich und wenn wir nicht noch ein paar andere Ziele auf unsere Liste gehabt hĂ€tten, wĂ€ren wir zum Abendessen geblieben.

LĂŒbeck | Foto: Sabine Wittig

An der Trave, LĂŒbeck

LĂŒbeck. Die Hansestadt hatte uns dieses Mal nicht ganz so sehr gefangen genommen wie bei unserem ersten Besuch im Hochsommer vor vielen Jahren. Doch Sehenswertes gibt’s an jeder Ecke und ein Bummel durch die Innenstadt ist inspirierend. Lohnend ist z. B. das Stöbern im Auktionshaus Die Eiche oder im Museumsshop im Buddenbrookhaus.  Oder das Kaffeetrinken im herrlich altmodischen CafĂ© Niederegger.

Gut Panker, Hohwachter Bucht | Fotos: Sabine WittigAuch das Gut Panker kannten wir schon von einem Besuch vor etlichen Jahren. Damals hatten wir uns fĂŒr drei NĂ€chte im Hotel Ole Liese eingebucht. Den Besuch dieses Anwesens mit seiner ganz besonderen AtmosphĂ€re möchte ich dir unbedingt ans Herz legen. Auf dem Gut befinden sich mehrere Galerien und GeschĂ€fte. Sehr gern mag ich Das Stilhaus – mit seinem feinen Mix aus Mode, Design, Kunst und Handwerk.

Hohwacht an der Ostsee | Fotos: Sabine Wittig

Hohwacht: historische BadehĂŒtte und Blick aufs Meer

Ein Lieblingsort unserer Reise war der Strand in Hohwacht in der Hohwachter Bucht. Die Ostsee ist hier ein bisschen rauer als in der LĂŒbecker Bucht, der Strand breiter. Besonders entzĂŒckend (und einzigartig in Deutschland) sind die historischen, farbenfrohen HolzhĂ€uschen, die einst direkt in die DĂŒnen gebaut wurden und bis heute als BadehĂŒtten genutzt werden.

Zum Schluss noch eine Restaurantempfehlung: Krabbes Restaurant in Neustadt in Holstein. Leckeres Essen (auch vegetarisch), hĂŒbsches Interieur und ausgesprochen nettes Personal.

Fotos: Sabine Wittig

Zu Besuch im Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg

Museum Schloss FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Lohnender Zwischenstopp auf unserem Weg an die Ostsee: Das Museum Schloss FĂŒrstenberg im Weserbergland. | Foto: FĂŒrstenberg

Wenn du hier schon lĂ€nger mitliest, kennst du meine SchwĂ€che fĂŒr feines Porzellan.   Immer, wenn wir auf Reisen gehen, schaue ich, ob nicht ein Porzellanmuseum auf der Strecke liegt. Auf dem Weg in einen kurzen Ostsee-Februar-Urlaub war’s fĂŒr Herrn azurweiss und mich nur ein kleiner Schlenker zum Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg. Die Manufaktur wurde 1747 von Herzog Carl I. von Braunschweig-WolfenbĂŒttel gegrĂŒndet und noch heute entstehen dort die wundervollen Produkte aus ‚weißem Gold‘ grĂ¶ĂŸtenteils in Handarbeit. Das Museum befindet sich direkt neben der Manufaktur – im ehemaligen herzoglichen Jagdschloss. Es wurde erst im MĂ€rz 2017 – nach lĂ€ngerer Umbau- und Sanierungsphase – neu eröffnet. Das Konzept: Die faszinierende Geschichte der Manufaktur hautnah erlebbar machen. Uns hat die Mischung aus klassischer ExponatprĂ€sentation, kleinen Geschichten, digitaler Projektion, Besucherwerkstatt und Mitmachbereichen, in denen Anfassen ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht ist, bestens gefallen. Und ich hab‘ mich gefreut, dass Museumsleiter Dr. Christian Lechelt (den ich ein ganz kleines Bisschen um seinen Job beneide) sich wĂ€hrend unseres Besuchs Zeit genommen und ein wenig aus dem NĂ€hkĂ€stchen geplaudert hat. Auch im Vorfeld durfte ich ihm einige Fragen stellen – daraus ist das folgende Interview entstanden:

Porzellanmuseum FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Porzellangeschichte(n) – wunderschön erzĂ€hlt | Foto: FĂŒrstenberg

Was fasziniert Sie am Werkstoff Porzellan?

Porzellan ist ein ganz eigenwilliger und eigentĂŒmlicher Werkstoff. Der berĂŒhmte Direktor der Meissener Manufaktur in den 1920er Jahren, Max Adolf Pfeiffer, hat es treffend ausgedrĂŒckt: „Porzellan ist der schönste Werkstoff, den der Mensch sich selbst geschenkt hat.“ Zwei Aspekte kommen hier zum Ausdruck: ZunĂ€chst die Ästhetik des Materials. Schneeweiß, spiegelglĂ€nzend, lichtdurchscheinend. Das ist unvergleichlich und nur dem Porzellan eigen. Es gibt kein anderes Material, das diese QualitĂ€ten besitzt. Zum anderen ist Porzellan, historisch betrachtet, so etwas wie der erste ‚Kunststoff‘ der Menschheitsgeschichte. Denn es gibt diesen Werkstoff nicht in der Natur, er muss kĂŒnstlich hergestellt werden. Es werden Rohstoffe kombiniert und einer bestimmten Prozedur unterzogen, um schließlich ein neues Material mit Eigenschaften zu erhalten, die Ausgangsstoffe nicht besitzen.

Neben diesen materialimmanenten Faktoren spielt auch die ĂŒber tausendjĂ€hrige Geschichte des Porzellans eine große Rolle. ZunĂ€chst war die Porzellanherstellung das Privileg Ostasiens. Er- oder besser gefunden in China, dann auch in Korea und Japan etabliert, gelangten erste StĂŒcke im Mittelalter nach Europa. Dort sorgten sie fĂŒr Staunen und Furore, da die Vasen und Schalen unvergleichbar waren mit allen anderen keramischen Erzeugnissen, zu deren Fertigung man damals in Europa in der Lage war. Da man sich nicht erklĂ€ren konnte, wie diese Objekte beschaffen und hergestellt worden waren, glaubte man, es mit Wunderdingen zu tun zu haben. TatsĂ€chlich galt Porzellan bis in die Neuzeit als wundertĂ€tig, giftanzeigend oder giftneutralisierend. Deshalb gehörten Porzellanobjekte in jede gute Kunst- und Wunderkammer und wurden damit ein Teil höfischer ReprĂ€sentation.

Mit der Entdeckung des Seewegs nach Ostasien begann ein reger Warenaustausch und immer mehr Porzellan gelangte seit dem 17. Jahrhundert nach Europa. Aus den vermeintlichen wundertĂ€tigen Objekten wurden nun begehrte Luxusartikel, die man in möglichst großer FĂŒlle besitzen musste. Jetzt begann man auch, das Porzellan nicht nur ob seiner Schönheit und Eigenwilligkeit zu bewundern, sondern es auch zu benutzen. Zugleich entstanden die ersten Porzellansammlungen und – von den Niederlanden ausgehend – setzte die Mode der Porzellankabinette ein, die schließlich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein zu einem integralen Bestandteil der Schlossbaukunst wurden.

Analog zu dem Europa erfassenden Porzellanfieber wurde an vielen Orten und von vielen Menschen versucht, hinter das Geheimnis, das Arkanum des Porzellans zu kommen. Doch trotz außergewöhnlicher und phantastischer Leistungen wie dem Mediciporzellan in Florenz oder den französischen Frittenporzellanen, gelang es nicht, echtes Porzellan zu erzeugen. Erst 1708 schlug die Geburtsstunde des europĂ€ischen Porzellans, als es Johann Friedrich Böttger, Ehrenfried Walther von Tschirnhaus sowie einer ganzen Reihe versierter Fachleute der Bergakademie in Freiberg gelang, in Sachsen echtes Porzellan zu erzeugen. Faszinierend an der Entdeckung des Arkanums ist vor allem, dass es sich nicht um einen Zufallsfund handelte – wie es gerne auch heute noch kolportiert wird –, sondern eine ganz zielgerichtete und mit wissenschaftlicher Genauigkeit gefĂŒhrte Unternehmung war. Daraus entstand schließlich ab 1710 die Meissener Manufaktur, wenn man so will, die Mutter aller Manufakturen Europas.

Mix & Match: verschiedene Porzellanserien im Museum der Manufaktur FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Anfassen und mixen erwĂŒnscht: verschiedene FĂŒrstenberg Porzellanserien dĂŒrfen und sollen von den Besuchern nach Herzenslust kombiniert werden.

Was ist fĂŒr Sie typisch FĂŒrstenberg?

FĂŒrstenberg blickt auf der einen Seite zurĂŒck auf eine 270jĂ€hrige, faszinierende Geschichte. Dies könnte eine geradezu erdrĂŒckende Traditionslast erzeugen, doch FĂŒrstenberg sieht dieses Erbe in meinen Augen als stete Herausforderung. Die Manufaktur hat sich nie auf den Lorbeeren eines ominösen FrĂŒher ausgeruht, sondern stets mit dem Blick auf die Gegenwart agiert. So ist gerade auch das 21. Jahrhundert eine hochspannende Phase der FĂŒrstenberg Geschichte, denn die Manufaktur hat sich selbstbewusst als eine moderne Luxusmanufaktur neu aufgestellt. Dieser Prozess ist Ă€ußerst faszinierend, da FĂŒrstenberg auf diese Weise an die GrĂŒndungsgeschichte einer herzoglichen Unternehmung anschließt, ohne aber in die Falle der Nostalgie zu tappen. Vielmehr entstehen aus der Frage, was eigentlich eine moderne Manufaktur ausmacht, herausragende, anspruchsvolle und innovative Produkte von zugleich poetischer QualitĂ€t.

Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: Sabine Wittig

Der Zeitgeist des 19. Jahrhunderts: die Form Empire mit aufwÀndigem Dekor

Haben Sie ein LieblingsstĂŒck in der Ausstellung?

Eigentlich sind mir alle Objekte der Museumssammlung gleich lieb, da jedes Objekt mit so viel Geschichte und Geschichten aufgeladen ist. Selbst ein scheinbar banales StĂŒck entpuppt sich bei genauerem Hinsehen und tiefergehender BeschĂ€ftigung als Faszinosum. Deshalb war es auch besonders wichtig, sich bei der Auswahl der Objekte fĂŒr die Dauerausstellung streng zu beschrĂ€nken, um nicht auszuufern. Gerade weil jedes StĂŒck seine besondere WĂŒrde hat, war es mir sehr wichtig, ihm den nötigen Raum zur wirkungsvollen Entfaltung zu geben.

Besucherwertstatt im Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Wie kommt der Henkel an die Kanne? Wie wird eine Figur gegossen? Und wie entstehen eigentlich die filigranen Durchbruchkörbe? In der Besucherwerkstatt konnten wir einer Manufakturistin ĂŒber die Schulter schauen.

Welches ist das Àlteste Exponat?

Zu den Ă€ltesten Exponaten in der Ausstellung – und zugleich auch kuriosesten – gehören ein Teller und eine Tasse mit Untertasse, die von Johann Christoph Glaser bemalt wurden. Glaser war eine sehr umstrittene, zweifelhafte Persönlichkeit in der Geschichte der Manufaktur. Er kam wohl schon 1744 an den herzoglichen Hof, um sich als Arkanist anzudienen. Er muss erfahren haben, dass der Herzog von Braunschweig die GrĂŒndung einer Manufaktur ins Auge gefasst hatte. Der Glaser behauptete nun, im Besitz des Wissens um die Porzellanherstellung zu sein und wurde daraufhin beauftragt, eine Manufaktur aufzubauen. 1747 verfĂŒgte dann der Herzog, dass das Unternehmen in dem Jagdschloss seiner Vorfahren in FĂŒrstenberg einzurichten sei. Glaser experimentierte, versuchte und probierte in den folgenden Jahren mehr oder minder engagiert, letztlich  aber erfolglos. Denn es stellte sich heraus, dass er seinen vollmundigen Versprechungen keine Taten folgen lassen konnte. Kurz gesagt: er war ein Hochstapler. Es war ihm aber gelungen, sowohl den Herzog als auch den ihm zur Aufsicht ĂŒbergeordneten Manufakturdirektor jahrelang zu narren und mit (leeren) Versprechungen bei der Stange und den Geldfluss am Leben zu halten. Schließlich flog der Betrug aber auf und man stellte fest „Glaser ist vom echten Porzellan so weit entfernt wie Messing vom Golde“ – und jagte ihn aus FĂŒrstenberg fort.

Es ist bei altem Porzellan selten, ein Objekt einem bestimmten Menschen zuschreiben zu können (einem Porzellanmaler oder einem Dreher, oft kennt man noch nicht einmal den Entwerfer). Daher ist es umso aufregender, dass wir StĂŒcke zeigen können, die ausgerechnet durch die HĂ€nde dieses Scharlatans gegangen sind.

FĂŒrstenberg Jahreshasen | Foto: Sabine Wittig

Die FĂŒrstenberg Jahreshasen sind beliebte Sammelobjekte.

Bald wird zusĂ€tzlich zur Dauerausstellung das Schaumagazin eröffnet …

… das Schaumagazin ist die letzte Ausbaustufe der Dauerausstellung. Der Sammlungsbestand ist sehr umfangreich, er umfasst etwa 20.000 Objekte. Es ist verstĂ€ndlich, dass wir davon nur einen kleinen Teil in der Dauerausstellung zeigen können. Jedoch möchten wir unsere Besucher zumindest ansatzweise den einmaligen Reichtum unserer BestĂ€nde erleben lassen, denn in keinem anderen Museum gibt es eine derart umfangreiche und nahezu enzyklopĂ€dische Sammlung von FĂŒrstenberg Porzellan.

Herr Dr. Lechelt, dankeschön fĂŒr die Einblicke in Ihre Arbeit und die Welt des Porzellans!

Besucherwerkstatt Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Foto: Sabine Wittig

Nicht alle Dekore werden aufgemalt. Einige entstehen mit Hilfe aufgelegter Druckbilder. Auch wie das funktioniert erfÀhrt man in der Besucherwerkstatt.

Schön war’s in FĂŒrstenberg. Inspirierend und faszinierend. Und irgendwann, wenn uns eine Urlaubsfahrt wieder ins Weserbergland fĂŒhrt, kommen wir bestimmt nochmal. Um das Schaumagazin zu besichtigen, um Übersehenes zu entdecken und um erneut im Werksverkauf, der nur ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt, zu stöbern.

Historisches Treppenhaus im Museum Schloss FĂŒrstenberg | Foto: FĂŒrstenberg

Ganz in Weiß: das historische Treppenhaus des Museums | Foto: FĂŒrstenberg

Mit diesem Beitrag starte ich eine lose Serie ĂŒber Porzellanmuseen. Ich hab‘ in den letzten Jahren etliche besucht – manche auch mehrmals – und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Vielleicht kann ich dich ein wenig mit meiner Begeisterung fĂŒr Porzellan anstecken? FĂŒr diesen Beitrag hat FĂŒrstenberg mir freien Eintritt ins Museum ermöglicht. Dankeschön dafĂŒr!

Fotos: FĂŒrstenberg (1,2, 11), Sabine Wittig (3 bis 10)

Unterwegs: langes Herbstwochenende in Berlin

An der Spree im Herbst 2017 | Foto: Sabine Wittig

Entlang der Spree

Recht spontan waren Herr azurweiss und ich vergangenen November mal wieder im schönen Berlin. Drei Tage, in denen das Wetter bestĂ€ndig zwischen trĂŒbgrau und sonniggold hin und her wechselte.

Berlin Weißensee im November 2017 | Fotos: Sabine Wittig

Berlin Weißensee

Ich plane unsere Reisen im Vorfeld gerne – mehr oder weniger akribisch – durch. Erstelle Listen mit CafĂ©s, Restaurants, LĂ€den, Museen & Co. und notier‘ mir die besten Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Einfach, um die Zeit optimal zu nutzen und nichts Spannendes zu ĂŒbersehen. Dennoch lassen meine Listen stets genĂŒgend Raum fĂŒr Abweichungen und wir halten uns nicht sklavisch an Geplantes.

Diese Ziele standen dieses Mal auf der Agenda: das Studio Hausen in Weißensee, der Laden des Design Labels Neue Tische und der Showroom von Objekte unserer Tage in Mitte, das Hansaviertel und der Flohmarkt in der Straße des 17. Juni. Der Rest ergab sich von alleine.

Studio Hausen Berlin | Foto: Anne Deppe

Regalsystem Link Eiche/schwarz | Foto: Anne Deppe

Durch eine Pressemitteilung, die mir vor einiger Zeit ins Postfach flatterte, war ich auf das schön schlichte Regalsystem ‚Link‘ des Designers Jörg Höltje aufmerksam geworden. Bevors nach Berlin ging hab‘ ich Jörg gefragt, ob er mir ein bisschen was ĂŒber sein Label Studio Hausen erzĂ€hlen mag und wir haben uns in seinem BĂŒro auf dem Areal einer ehemaligen Bilderleistenfabrik in Weißensee verabredet.

Regalsystem Link von Studio Hausen | Foto: Anne Deppe

Regalsystem Link Eiche/weiß | Foto: Anne Deppe

Das Design des Regals hat mir schon auf den Bildern gefallen. Die QualitĂ€t hat mich dann vor Ort ĂŒberzeugt. Was ich besonders mag: Produziert wird ausschließlich in Deutschland. Gutes Material, solide Handwerksarbeit, kurze Wege. Das Holz fĂŒr die Regalbretter kommt aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus Europa. Es gibt keine Kleber oder andere Chemikalien, die sich negativ auf das Wohnklima auswirken könnten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Labels, die möglichst schnell möglichst viele Produkte auf den Markt bringen, konzentriert Jörg Höltje sich zunĂ€chst auf dieses eine Regal. Als Kunden haben wir dennoch genĂŒgend Auswahl. Denn es gibt die Bretter in unterschiedlichen LĂ€ngen und drei verschiedenen Holzarten (Eiche natur, Esche natur und Esche schwarz gebeizt) und die BĂŒgel sind in schwarz oder weiß zu haben. Außerdem wird das Regal bei Bedarf kleiner oder grĂ¶ĂŸer – verschiedene Packages machen’s möglich.

Ich fand den Ausflug nach Weißensee ĂŒbrigens nicht nur wegen des Treffens mit Jörg spannend. Weißensee ist ein Bezirk mit ganz eigenem Reiz. Manche StraßenzĂŒge wirken – beinahe kulissenartig – als wĂ€re die Mauer eben erst gefallen. Verlassene GebĂ€ude, verblasste Schrift an Fassaden, demolierte BriefkĂ€sten und dazwischen – vereinzelt – wie aus dem Ei gepellte frisch renovierte HĂ€user.

Hansaviertel Berlin | Foto: Sabine Wittig

Hansaviertel

Wenn du dich fĂŒr Architektur der 1950er Jahre interessierst, möchte ich dir einen Spaziergang durchs Hansaviertel ans Herz legen. Zur Internationalen Bauaustellung 1953 planten Architekten aus aller Welt – darunter Alvar Aalto, Egon Eiermann, Walter Gropius, Arne Jacobsen und Oscar Niemeyer – EinfamilienhĂ€user, MehrfamilienhĂ€user und öffentliche GebĂ€ude.

Hansaviertel Berlin | Foto: Sabine Wittig

Hansaviertel

Insgesamt 35 Objekte wurden realisiert – und so lassen sich heute wundervolle Perlen des ‚Neuen Bauens‘ auf recht kleinem Raum bestaunen. Ich hĂ€tte ja am liebsten an einigen TĂŒren gelĂ€utet und mich auch im Inneren der HĂ€user umgesehen. Das Hansaviertel erreichst du per S-Bahn (Haltestelle Bellevue) oder U-Bahn (Haltestelle Hansaplatz).

Showroom Objekte unserer Tage Berlin | Foto: Sabine Wittig

StĂŒhle ‚Schulz‘ im Showroom von Objekte unserer Tage (OUT)

Im Juni letzten Jahres erreichte mich die Einladung zur Eröffnung des Showrooms der Objekte unserer Tage (OUT). Extra deshalb nach Berlin zu fahren wĂ€r‘ ein bisschen zu aufwĂ€ndig geworden, aber ich hab‘ mir die Adresse gespeichert. Weil: Die Möbel des jungen Labels fand ich auf Anhieb und durch die Bank unheimlich schön. Schlicht sind sie, raffiniert, geradlinig. Einfach gut!

Showroom Objekte unserer Tage Berlin | Fotos: Sabine Wittig

Showroom Objekte unserer Tage

Und wie Jörg Höltje setzen auch drei OUT Inhaber auf Made in Germany. DafĂŒr arbeiten sie Hand in Hand mit spezialisierten Handwerksbetrieben und ausgewĂ€hlten Manufakturen. Das Ergebnis: hochwertiges, langlebiges Design. Mag ich. Du findest den OUT Showroom im Haus des Reisens, in der Alexanderstraße 7.

Nicht weit entfernt vom Haus des Reisens – in der Rosa-Luxemburg-Straße 35 – befindet sich das Studio Neue Tische. Schon bei unserem letzten Berlinbesuch hatten Herr azurweiss und ich dort einen schönen, schlichten Esstisch entdeckt (wir waren schon seit lĂ€ngerem auf der Suche). Leider hatte das Studio damals geschlossen und wir mussten mit dem Blick durchs Schaufenster Vorlieb nehmen. Dieses Mal hatten wir uns angekĂŒndigt, konnten den Tisch genau betrachten und befĂŒhlen. Wir waren uns schnell einig, dass er unseren 25 Jahre alten Buchetisch wĂŒrdig ersetzen wĂŒrde und haben ihn bestellt. Im MĂ€rz soll er geliefert werden. Unsere Vorfreude ist groß.

Flohmarkt in der Straße des 17. Juni Berlin | Foto: Sabine Wittig

Trödelmarkt an der Straße des 17. Juni

FĂŒr Samstag hatten wir uns den Flohmarkt an der Straße des 17. Juni (direkt am S-Bahnhof Tiergarten) vorgenommen. Das Angebot dort ist toll. Wir haben viel hochwertiges Vintage Porzellan (KPM, Meissen, Rosenthal) gesehen und feines Design von Art DĂ©co bis Midcentury Modern entdeckt. Die Muße zum intensiven Stöbern und Einkaufen ist uns etwas abhanden gekommen, denn es war an dem Tag sehr kalt und  sehr windig. GlĂŒcklicherweise sind’s vom Trödelmarkt zum CafĂ© der Porzellanmanufaktur KPM nur ein paar Schritte und wir haben uns mit feinem Kaffee aus feinem Porzellan fĂŒrs Frieren entschĂ€digt.

Guten Kaffee getrunken (und nebenbei hĂŒbsches Fahrraddesign bewundert) haben wir außerdem im Steel Vintage Bike CafĂ© in Mitte (Wilhelmstraße 91). Das beste Abendessen (kreative Schweizer KĂŒche) hatten wir im Nola’s am Weinberg in der Veteranenstraße 9. Auf dem Weg dorthin sind wir ĂŒber Chairs gestolpert – ein kleines Eldorado fĂŒr Liebhaber von Vintage StĂŒhlen aus dem Midcentury Modern.

Im RĂŒckblick zu unserer Reise nach Leipzig im letzten Sommer hatte ich schon auf das Zeitgeschichtliche Forum verlinkt. Der Besuch dort hatte uns damals unheimlich beeindruckt. TrĂ€ger des Zeitgeschichtlichen Forums ist die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die auch in Berlin zwei unbedingt besuchenswerte Ausstellungen zeigt: Alltag der deutschen Teilung im TrĂ€nenpalast und Alltag in der DDR im Museum der Kulturbrauerei. Wir haben die beiden Ausstellungen an einem Tag besucht. Im TrĂ€nenpalast waren wir gerade noch rechtzeitig um an einer FĂŒhrung teilzunehmen – sehr, sehr empfehlenswert. Intensiver kann man das Leben in der DDR wohl kaum nachempfinden, wenn man – wie ich – das Leben dort nur vom Hörensagen kennt.

Im MĂ€rz steht die nĂ€chste Berlinreise an und die Liste der Ziele entsteht gerade. Charlottenburg spielt eine große Rolle.

Fotos: Anne Deppe (4,5), Sabine Wittig (1-3; 6-11)

Zu Besuch bei Nata Pestune (Suntree Studio) in Hamburg

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

War’s ein Foto auf Instagram? Ein inspirierender Beitrag auf einem meiner Lieblingsblogs? Oder tauchte sie in meinem Facebook-Feed auf? Ich kann gar nicht mehr sagen, wie ich auf Natas wundervolle Keramik gestoßen bin. Aber ich weiß noch, dass mir die schlichten Teller, Becher, Kannen & Co. auf Anhieb gefallen haben. Sehr. Eine Auswahl von Natas Kollektion hab‘ ich spontan ins la mesa Sortiment aufgenommen. Und meine Hamburgreise im vergangenen Sommer hab‘ ich dazu genutzt, Nata in ihrem Atelier in EimsbĂŒttel zu besuchen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Nata Pestune lebt seit gut fĂŒnf Jahren in Hamburg. 2014 hat sie ihr Label Suntree gegrĂŒndet. // Foto links: Sabine Wittig | Foto rechts: Igor Trepeshchenok

GegrĂŒndet hat Nata ihr Label vor rund 3,5 Jahren. UrsprĂŒnglich hatte die gebĂŒrtige Lettin Sinologie studiert – und auch einige Zeit in China gelebt. Dann wurde die Passion fĂŒr Keramik intensiver und Suntree ist entstanden. Nata teilt sich ihr Studio in EimsbĂŒttel mit der Grafikerin Friederike Stoffregen, deren Poster und Karten die schlichte Keramik perfekt ergĂ€nzen. In einem kleinen Interview erzĂ€hlt Nata von ihrer Arbeit und verrĂ€t ihre drei Hamburger LieblingscafĂ©s.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Ein Laden, zwei Labels: Die Papeterie von Friederike Stoffregen (Studiofrigo) ergÀnzt Natas Keramik ganz wundervoll.

Nata, woher kommt deine Liebe zur Keramik?

In China spielt Tee eine große Rolle. WĂ€hrend meiner Zeit dort, kam ich tĂ€glich mit gutem Tee und der passenden Keramik in BerĂŒhrung. Da habe ich meine Leidenschaft fĂŒr das Material entdeckt. Meine ersten selbst gefertigten StĂŒcke waren Teebecher, erst kleinere, dann grĂ¶ĂŸere. Ich mag gut verarbeitete Produkte, die schön, funktional und langlebig sind. Keramik und Porzellan sind perfekte Materialien dafĂŒr.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Keramik oder Porzellan – fĂŒr welches Material schlĂ€gt dein Herz höher?

FĂŒr beide. Aber aus unterschiedlichen GrĂŒnden. Porzellan kann Glasuren wunderschön zum Strahlen bringen. An Keramik mag ich das Rustikale, Raue. Keramik und Porzellan – fĂŒr mich ist das ein bisschen wie Himmel und Erde.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Foto links: Igor Trepeshchenok | Foto rechts: Sabine Wittig

Was inspiriert dich fĂŒr deine Arbeit?

ZunĂ€chst ist da eine Idee in meinem Kopf. Es beflĂŒgelt mich, wenn ich genau weiß, was ich tun möchte und ein klares Bild des fertigen Produkts vor Augen habe. Gleichzeitig verĂ€ndere ich manchmal nur eine Kleinigkeit und es entsteht etwas völlig anderes. Und: Ich probiere gerne unterschiedliche Farbkombinationen aus.

Von Zeit zu Zeit arbeite ich auch mit komplett anderen Materialen – Textilien zum Beispiel. Besonders inspirierend und motivierend sind fĂŒr mich auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kreativen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Schöne Kombi: Becher aus glasierter und Krug aus matter Keramik.

Dein perfekter Arbeitstag 


Ich stehe zwischen sechs und halb sieben auf und drehe eine Runde mit meiner HĂŒndin Luna. Dann mache ich ein paar Yoga-Übungen – einige Asanas und den Sonnengruß. Nach dem FrĂŒhstĂŒck gehe ich ins Studio. Am liebsten in Begleitung von Luna, wenn sie nicht mit meinem Mann zur Arbeit geht. Ich versuche, mein Tagespensum bis 17.00 Uhr zu schaffen um genĂŒgend Zeit fĂŒr Familie, Sport und zum Lesen zu haben. Obwohl ich meine Arbeit sehr liebe, möchte ich kĂŒnftig versuchen, sie in maximal fĂŒnf Stunden pro Tag zu erledigen um noch mehr Zeit fĂŒr anderes zu gewinnen.

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Du lebst seit fĂŒnf Jahren in Hamburg, welches sind deine liebsten CafĂ©s und Restaurants?

Vor einiger Zeit hat das GlĂŒcksburg Altona (Ophagen 1) eröffnet, ein kleines Take-Away-CafĂ©, das ich sehr gerne mag. Es gibt dort so liebevoll gemachte vegane Kuchen. Die Alpenkantine (Osterstraße 98) mag ich besonders wegen der leckeren Desserts. Und einen wunderbar leckeren Mittagstisch gibt’s im CafĂ© DĂ©lice in der Osterstraße 168.

Dankesehr, Nata, fĂŒr den inspirierenden Nachmittag in deinem schönen Suntree Studio!

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

azurweiss Atelierbesuch bei suntree studio in Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Wenn du in Hamburg wohnst – oder die schöne Hansestadt besuchst – schau‘ doch mal bei Nata und Friederike vorbei. Die Adresse ist:

SUNTREE Studio + Studiofrigo
Hellkamp 60
20255 Hamburg

www.suntreestudio.com
www.studiofrigo-hamburg.com

Fotos: Igor Trepeshchenok (3 + 6), Sabine Wittig (1,2,4,5,7-11)

Eine kleine Auswahl von Natas Keramik findest du bei la mesa.

Unterwegs: 2,5 Tage Hamburg

Elphilharmonie Hamburg | Foto: Sabine WittigDie letzte Station auf unserer kleinen SommerstĂ€dtereise war Hamburg. Und ich hab‘ dir auch aus der schönen Hansestadt eine Handvoll Lieblingsadressen mitgebracht. Wenn du samstags in Hamburg bist und gut durchmischte FlohmĂ€rkte magst, möchte ich dir unbedingt die Flohschanze ans Herz legen. Jeden Samstag von acht bis 16 Uhr findest du rund um die Alte Rinderschlachthalle Geschirr, Kleidung, Möbel, Deko & Co. aus vielen Jahrzehnten. Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal dort – und wie damals hat es auch heuer BindfĂ€den geregnet (deshalb gibt’s auch kein Foto). Aber wie damals sind wir auch diese Mal fĂŒndig geworden und haben unter anderem zwei hĂŒbsche Retrolampen gekauft (du siehst einen kleinen Teil der einen hier auf einem meiner Instagram-Fotos). Von der Flohschanze aus kannst du durch das Schanzenviertel schlendern, Kaffee bei Herrn Max trinken und bei Lokaldesign (wundervoller Interiorladen), im Gebrauchtwarenkaufhaus Genbrug und bei Human Empire (Interior, Papeterie und Mode) stöbern.

Klippkroog, Große Bergstraße 255, Hamburg (Altona) | Foto: Sabine Wittig

Restaurant Klippkroog in Altona

Zum (Abend-)essen empfehle ich dir den Klippkroog in Altona – nur ein paar Schritte vom S-Bahnhof entfernt. Die Einrichtung eine Augenweide (feinstes Industrial Vintage), die Mitarbeiter super nett und das Essen wahnsinnig lecker.

CafĂ© Forelle, Erzberger Straße 14, Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Café Forelle in Altona (Ottensen)

Ebenfalls in Altona findest du das CafĂ© Forelle. Schönes Interieur – der Hingucker sind wundervoll tĂŒrkisfarbene Fliesen. Wir waren erst kurz vor Ladenschluss dort, deshalb hat’s nur noch auf eine Limo gereicht. Das Essen testen wir dann beim nĂ€chsten Mal.

Das 7. Zimmer Hamburg | Foto: Sabine Wittig

Das 7. Zimmer in Eppendorf

Schon lange steht das 7. Zimmer auf meiner Diese-LĂ€den-mag-ich-unbedingt-mal-besuchen-Liste. Jetzt hat’s geklappt. Auf dem Heuboden einer alten Brotfarbik findest du hier (Interior-)SchĂ€tze beinahe jeder Stilrichtung. Nostalgisches, Kurioses, AlltĂ€gliches. Barock, Industrial, Landhaus. Alles fein gemixt.

Suntree Studio, Hellkamp 60, Hamburg (EimsbĂŒttel) | Foto: Sabine Wittig

Suntree Studio in EimsbĂŒttel

Mein letzter Tipp ist ein kleiner, feiner Showroom in EimsbĂŒttel, den sich zwei kreative Frauen teilen: die Keramikerin Nata Pestune mit ihrem Label Suntree Studio und die Grafikgesignerin Friederike Stoffregen mit dem Papeterie-Label Studiofrigo. Natas Arbeit werde ich demnĂ€chst im Rahmen meiner Serie Atelierbesuche hier vorstellen.

Übrigens: Die Suntree Studio Keramik gibt’s schon bei la mesa – die hĂŒbschen Prints von Friederike werde ich ab Oktober im Sortiment haben.

Fotos: Sabine Wittig

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Unterwegs: Dessau und Potsdam

Bauhaus DessauNur rund eine Stunde dauert die Autofahrt von Leipzig nach Dessau. Wenn du dich fĂŒr Architektur und Design der Moderne interessierst, solltest du die Kleinstadt in Sachsen-Anhalt unbedingt besuchen. Unser erstes Ziel dort: das Bauhaus GebĂ€ude, das die berĂŒhmte Hochschule von 1926 bis zu ihrer Auflösung 1932 beherbergte. Heute befindet sich auf dem Areal die Bauhaus Stiftung, es gibt feste und wechselnde Ausstellungen und einen wunderbar sortierten Museumsshop. Der eigentlichen Star ist jedoch die Architektur selbst. Du solltest unbedingt eine FĂŒhrung buchen – dann erfĂ€hrst du nicht nur viel Wissenswertes, sondern kannst auch einen Blick in Gropius‘ ehemaliges Direktorenzimmer und in die WohnrĂ€ume von BauhausschĂŒlern werfen.

Bauhaus MeisterhÀuser Dessau | Foto: Sabine Wittig

Bahnbrechende Architektur in einem lichten KiefernwÀldchen: die MeisterhÀuser in Dessau

Ein zehnminĂŒtiger Spaziergang bringt dich von der Hochschule – vorbei an der von Mies van der Rohe entworfenen Trinkhalle – zur Meisterhaussiedlung. Hier lebten einst Walter Gropius, LĂĄszlĂł Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wasily Kandinsky und Paul Klee.

MeisterhÀuser Dessau | Fotos: Sabine Wittig

Treppenhaus in typischen Bauhaus Farben

Man kann die HĂ€user auf eigene Faust besuchen – und bei schönem Wetter durch die KiefernwaldgĂ€rten spazieren. Ich wĂŒrde dir aber auch hier eine FĂŒhrung ans Herz legen. Wir hatten eine ganz wundervolle Kunsthistorikerin, die uns auf so viele Details aufmerksam gemacht hat, die wir alleine niemals entdeckt hĂ€tten.

Atelier Paul Klee in Dessau | Foto: Sabine Wittig

Marcel Breuers „Wassily Stuhl“ im ehemaligen Atelier von Paul Klee

Wie Weimar nimmt auch Dessau 100 Jahre Bauhaus im ĂŒbernĂ€chsten Jahr zum Anlass, ein neues Bauhausmuseum zu eröffnen. Wir werden also 2019 wieder einen guten Grund haben, nach Dessau zu reisen. Dann werden wir uns auch die Bauhausbauten in der Stadt anschauen, die wir dieses Mal nicht geschafft haben. Zum Beispiel die Siedlung Törten, das Kornhaus, das von Walter Gropius entworfene Arbeitsamt und die LaubenganghĂ€user.

Haus Kandinsky Dessau | Foto: Sabne Wittig

Gold und rosa: ungewöhnliche Farbkombination im Haus von Wassily Kandinsky

 

Als nĂ€chste Station auf unserer StĂ€dtereise folgte Potsdam. Da wir schon am ĂŒbernĂ€chsten Tag weiter nach Hamburg fuhren, erlebten wir die Stadt der Preußenkönige nur einen Tag und zwei Abende lang.

Potsdam | Foto: Sabine Wittig

UrsprĂŒnglich hatten wir Potsdam gar nicht auf dem Plan – wir wollten eigentlich in Berlin Station machen. Aber das erst im Januar eröffnete Museum Barberini hatte uns neugierig gemacht und die aktuelle Ausstellung (Von Hopper bis Rothko: Amerikas Weg in die Moderne – noch bis zum 3. Oktober) uns gelockt.

Museum Barberini Potsdam | Fotos: Sabine Wittig

Und der Besuch hat sich gelohnt. Architektur und Ausstellungskonzept sind nicht spektakulĂ€r, aber gut durchdacht und gut gemacht. Zum ersten Mal hatte ich bei einem Museumsbesuch nicht den Audioguide genommen, sondern mir die Werke ĂŒber die museumseigene App erlĂ€utern lassen. Sehr toll! Die App hab‘ ich noch immer auf dem iPhone und ich kann mir Ausstellung immer wieder ansehen und die Infos zu den Bildern und Exponaten (mein Highlight: Alexander Calders ‚Rote Polygone‘) anhören.

Als wir am frĂŒhen Nachmittag aus dem Barberini ins Freie kamen, war es so heiß, dass wir direkt ins nĂ€chste Museum – ins Filmmuseum – gegangen sind. Sehr sehenswert – vor allem der Blick hinter die Kulissen von „Die Legende von Paul und Paula“ und „Inglourious Basterds“ im Rahmen der stĂ€ndigen Ausstellung „100 Jahre Babelsberg“. Lecker gegessen haben wir gleich nebenan – in der Genusswerkstatt.

HollÀndisches Viertel Potsdam | Foto: Sabine Wittig

HĂŒbsches Detail im HollĂ€ndischen Viertel

An unseren beiden – sehr lauen – Potsdam-Abenden sind wir durch die Innenstadt und das HollĂ€ndische Viertel geschlendert. Ohne dabei nennenswerte (gastronomische) Entdeckungen zu machen. Deshalb gibt’s keine weiteren Restaurant-Tipps – aber dafĂŒr in der nĂ€chsten Woche einige Lieblingsadressen aus Hamburg.

Fotos: Sabine Wittig und Lars Schietinger (1)

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Unterwegs: 2,5 Tage Leipzig

Fregehaus Leipzig | Foto: Sabine Wittig

Feiner Epochenmix in unserem Hotelzimmer im Fregehaus

In der letzten Woche hab‘ ich dir meine liebsten Entdeckungen von unserer Reise nach Weimar gezeigt. Heute lass‘ ich dir eine kleine Linkliste fĂŒr Leipzig da.

Aufs Wundervollste gewohnt haben wir im Fregehaus. Die Zimmer dieses entzĂŒckenden Hotels befinden sich in einem stattlichen, ehemaligen Kaufmannshaus in Leipzigs Zentrum. Die Hotelzimmer sind mit viel FingerspitzengefĂŒhl renoviert und komplett ohne Schnickschnack, dafĂŒr in feinem Epochenmix möbliert. GefrĂŒhstĂŒckt wird in einem kleinen Salon. Der Kaffee ist wunderbar und wir hatten selten ein so liebevoll angerichtetes FrĂŒhstĂŒcksbuffet.

Fregehaus Leipzig | Foto: Sabine Wittig

Innenhof Fregehaus

Auch wenn du nicht im Fregehaus ĂŒbernachtest – den idyllischen Innenhof solltest du dennoch besuchen. Erstens weil er dank des BlumenlĂ€dchens Saltoflorale so herrlich grĂŒn ist und weil sich hier zweitens der Eingang zu einem der schönsen LĂ€den befindet, die ich in der letzten Zeit entdeckt habe: HinnrichSINNdreißig. „Mobilien mit Stil und Geschichte“ beschreiben die sympathischen EigentĂŒmer ihr Sortiment. Hier treffen Barock auf Industrial Vintage, Klassizismus auf Midcenturymodern. Alles mit viel StilgefĂŒhl kombiniert. Wunderschön!

Dem Fregehaus direkt gegenĂŒber: das Museum der bildenden KĂŒnste. (Wir haben’s leider nicht rein geschafft, aber es steht fĂŒrs nĂ€chste Mal schon auf der to-visit-Liste).

Barcelona Bar Leipzig | Foto: Sabine Wittig

BlĂŒmchendeko im Innenhof der Tapas Bar Barcelona

In Sachen Kulinarik empfehlenswert: die Tapas Bar Barcelona (Gottschedstraße 12) und das Bistro Handbrotzeit in der Nikolaistraße 12.

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig | Foto: Sabine Wittig

Das Leben in der DDR in allen Facetten zeigt das Zeitgeschichtliche Forum. Auf dem Bild: ein Detail aus einem nachgebauten Wohnzimmer.

Interessierst du dich fĂŒr neuere deutsche Geschichte? Dann möchte ich dir das Stasimuseum in der Runden Ecke und das Zeitgeschichtliche Forum ans Herz legen. So vieles aus dem Leben in der DDR ist uns fremd, manches nur schwer zu ertragen. Mich machen solche Ausstellungen nachdenklich, traurig, wĂŒtend – aber auch unendlich dankbar fĂŒr unser Leben hier und heute, fĂŒr die Freiheit, die wir haben und dafĂŒr, dass es uns so gut geht.

Das dritte Museum, das wir besucht haben, ist das Grassi Museum fĂŒr Angewandte Kunst. 2.500 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Mein Highlight: der Bereich Jugendstil bis Gegenwart. Die perfekte Fortsetzung unserer Weimartour, denn auch im Grassi Museum finden sich etliche Exponate aus der Bauhaus Ära. Die Ausstellung solltest du wegen der Zusatzinfos unbedingt mit Audioguide besuchen!

Falls du FlohmĂ€rkte magst und an einem Sonntag in Leipzig bist, dann schau‘ doch, ob gerade der Antik- und Trödelmarkt auf dem Festplatz Cottaweg oder der Flohmarkt im Biergarten von Ilses Erika stattfindet. Ersterer ist recht groß und ich fand ihn ganz gut durchmischt. (Außerdem hatte ich GlĂŒck und konnte ein bisschen Rosenthal Porzellan ergattern). Der Biergarten Flohmarkt ist klein und sehr kleiderlastig – aber mit schöner AtmosphĂ€re.

Zum Durch-die-LĂ€den-Ziehen fehlte uns ein bisschen die Lust (wir wollten lieber durch den Leipziger Zoo spazieren), deshalb hab‘ ich nur zwei Shopempfehlungen: Das rote Paket in der Gottschedstraße (hier gibt’s junges, feines Design fĂŒr Groß und Klein) und den Stil Conceptstore in der Innenstadt. Hier findest du die gĂ€ngigen skandinavischen Marken.

Leipzig | Foto: Sabine WittigZweieinhalb Tage sind viel zu kurz fĂŒr diese inspirierende Stadt. Gerne hĂ€tte ich noch mehr der Galerien, LĂ€den und CafĂ©s, die ich im Vorfeld  recherchiert hatte, gesehen. Beim nĂ€chsten Mal.

Wenn du eine Reise nach Leipzig planst und auf der Suche nach einem ReisefĂŒhrer jenseits des Mainstreams bist, ist der StadtschwĂ€rmer vielleicht was fĂŒr dich. Ich hab‘ ihn letztes Jahr wĂ€hrend meines Besuchs der Designers‘ Open bekommen und viel Schönes darin entdeckt.

In der nĂ€chsten Woche gibt’s ein paar EindrĂŒcke aus Dessau und Potsdam.

Fotos: Sabine Wittig

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Unterwegs: 2,5 Tage Weimar

Elf Tage Urlaub, fĂŒnf StĂ€dte (und ebenso viele BundeslĂ€nder), elf Museen, ein Zoo, vier FlohmĂ€rkte und ein bisschen Drumrum. Mitte Juli starteten Herr azurweiss und ich zu einer kleinen Reise durch Mittel- und Norddeutschland. Die Stationen: Weimar, Leipzig, Dessau, Potsdam, Hamburg.

Es waren inspirierende Tage mit straffem Programm und am Ende hatten wir das GefĂŒhl, drei Wochen unterwegs gewesen zu sein. Herrlich. Meine liebsten Adressen zu den einzelnen StĂ€dten findest du – in einzelne StĂ€dte-HĂ€ppchen aufgeteilt – in den nĂ€chsten Tagen hier. Los geht’s mit Weimar, der Stadt, in der Goethe und Schiller wirkten, das Bauhaus gegrĂŒndet wurde und die Deutschlands erster parlamentarischer Demokratie ihren Namen gab.

Meine Weimar Highlights waren Bauhaus Museum und Bauhaus UniversitĂ€t. FĂŒr das Museum solltest du zwei Stunden einplanen und auf jeden Fall den Audio Guide nutzen. Die UniversitĂ€t besuchst du am besten im Rahmen eines gefĂŒhrten Bauhaus Spaziergangs – dann kannst du auch das ehemalige Arbeitszimmer von Walter Gropius besichtigen. Wir waren leider zu spĂ€t fĂŒr den Spaziergang, hatten aber das GlĂŒck, dass an unserem Weimarwochenende gerade die Summaery stattfand. WĂ€hrend der Summaery stellen Studierende und Lehrende Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten vor. So blieb uns das Gropius Zimmer zwar verschlossen, aber wir kamen in den Genuss inspirierender PrĂ€sentationen aus den Bereichen Architektur, Urbanistik, Kunst, Gestaltung und Medien.

2019 feiert das Bauhaus ĂŒbrigens 100. Geburtstag – dann eröffnet das neue, grĂ¶ĂŸere  bauhaus museum weimar. Wir werden dann sicher wieder kommen und auch die Orte besuchen, die wir dieses Mal nicht anschauen konnten – wie z. B. das Haus am Horn.

BauhausuniversitÀt Weimar | Fotos: Sabine Wittig

Bauhaus UniversitÀt Weimar

Goethes Wohnhaus hatten wir uns schon vor einigen Jahren angeschaut und dieses Mal ausgelassen – es ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir hatten dafĂŒr die Anna Amalia Bibliothek auf dem Programm. Auch hier lohnt sich der Rundgang mit Audioguide. Und: Am besten die Eintrittskarten schon im Vorfeld reservieren, denn der historische Ausstellungssaal ist nicht sehr groß, es kann immer nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern gleichzeitig rein und wenn der Andrang entsprechend ist, kann es sein, dass man abgewiesen wird.

Porzellanmuseum Leuchtenburg in ThĂŒringen | Bilder: Sabine Wittig

Porzellanmuseum auf der Leuchtenburg

Meine nĂ€chste Empfehlung liegt rund 45 Autominuten von Weimar entfernt: die Porzellanwelten auf der Leuchtenburg in Seitenroda bei Kahla. Wenn du das weiße Gold in all‘ seinen Facetten so gern magst wie ich, dann ist dieses Museum genau das Richtige fĂŒr dich. Vor oder nach dem Museumsbesuch solltest du dir unbedingt Zeit fĂŒr eine Pause im CafĂ© neben Kasse und Museumsshop nehmen. Und dort durch die komplett verglaste Wand die herrliche Aussicht ĂŒber das Land genießen.

Hier war Goethe nie - Designapartments Weimar | Foto: Sabine Wittig

Hier war Goethe nie – Design Apartments Weimar

Übernachtet haben wir in einem der wunderschön eigerichteten Design Apartments Weimar. Nicht nur ein perfekter Ort zum Wohnen auf Zeit sondern auch prima gelegen – zur Innenstadt kannst du gemĂŒtlich spazieren.

Café Brotklappe in Weimar | Fotos: Sabine Wittig

Die Brotklappe

Das beste FrĂŒhstĂŒck (ich sag‘ nur Brioches!) hatten wir in der Brotklappe – nur wenige Schritte von unserem Apartment entfernt. FĂŒr Kaffee und Kuchen am Nachmittag möchte ich dir die Koriat Kuchenmanufaktur ans Herz legen.

Weinbar Weimar | Fotos: Sabine WittigFĂŒr ein kleines Abendessen uneingeschrĂ€nkt empfehlenswert: die Weinbar Weimar. Neben Weinen aus aller Welt werden feine Kleinigkeiten (sie nennen es Barfood) serviert. Bei schönem Wetter unbedingt im Garten sitzen!

design we love in Weimar | Foto: Sabine Wittig

design we love

Zum Schluss noch eine feine Shoppingadresse: Mark Pohl (Inhaber der Design Apartments Weimar) verkauft in seinem kleinen, etwas versteckten Laden design we love in der Schillerstraße 22 ausgesuchtes Interior Design. Was ich besonders mag: Etliches ist made in Germany.

Drei Tage in Weimar | Foto: Sabine WittigWeimar, wir sehen uns 2019 wieder! Ich freu‘ mich schon auf 100 Jahre Bauhaus.

In der nĂ€chsten Woche gibt’s meine liebsten Leipzig-Adressen.

Fotos: Sabine Wittig

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