Gutes fĂŒr Gutes

Porzellan von Anna Badur

Mit dabei: Anna Badur. Ihr wundervolles Porzellan gehört schon lange zu meinen Favoriten (Foto: Anne Deppe)

(Unbeauftragte Werbung*) Wenn du schon lĂ€nger hier liest, weißt du, dass mein Herz fĂŒr kleine und kleinste Labels und GeschĂ€fte schlĂ€gt. Gerade jetzt haben sie es besonders schwer. Ich möchte dir deshalb die sehr unterstĂŒtzenswerte Aktion „Gutes fĂŒr Gutes“ vorstellen.

Worum geht’s?

Kleine Unternehmen, die Produkte in hoher QualitĂ€t in Deutschland oder dem angrenzenden europĂ€ischen Ausland herstellen, spenden im Rahmen der Initiative 25 % ihrer UmsĂ€tze an die gemeinnĂŒtzigen Organisationen amref germany (unterstĂŒtzt die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Afrika), die Arche (engagiert sich gegen Kinderarmut in Deutschland) und die SeebrĂŒcke (setzt sich fĂŒr sichere Fluchtwege und die Entkriminalisierung der Seenotrettung ein).

Beistelltisch Boobsie B von artcanbreakyourheart

FĂŒr mich eins der fantasievollsten deutschen Labels: artcanbreakyourheart aus Bielefeld (Foto: artcanbreakyourheart)

An wen die einzelnen Labels spenden, erfĂ€hrst du in den jeweiligen Online-Shops. Manche haben sich fĂŒr eine der drei Hilfsorganisation entschieden, bei anderen kannst du beim Bestellen auswĂ€hlen, welche Organisation die UnterstĂŒtzung erhalten soll.

Mobile Mehrfachsteckdose Stromer von njustudio

Praktische Alltagshelfer in schön gibt’s bei njustudio. Zum Beispiel den Stromer – ein entzĂŒckendes Wesen mit eingebauter Steckdosenleiste (Foto: njustudio)

Trotz der großzĂŒgigen Spenden der Labels bezahlst du fĂŒr deine bestellten Produkte den regulĂ€ren Preis – ganz ohne Aufschlag. Vielleicht findest du was Schönes – fĂŒr dich selbst (als Belohnung fĂŒrs Zuhausebleiben) oder du lĂ€sst einem Herzensmenschen ein ÜberraschungspĂ€ckchen nach Hause liefern?

Design aus sibirischer Birkenrinde von moya

Nachhaltiges Design aus sibirischer Birkenrinde von MOYA (Foto: Sabine Wittig)

Diese fĂŒnf an der Initiative beteiligten Labels gefallen mir besonders (aber auch alle anderen sind richtig, richtig gut und haben tolle Produkte zum Ewigbehalten):

Anna Badur
Ihr wundervoll schlichtes Porzellan wird in ThĂŒringen hergestellt. www.annabadur.de

artcanbreakyourheart
Sascha ist der Erfinder der Buchstabenhocker. Er entwirft und schreinert in Bielefeld aber auch andere Lieblingsmöbel – oft mit einem Augenzwinkern. Zum Beispiel das Tischchen Boobsie B auf dem Foto oben. www.buchstabenhocker.de

njustudio
Gut durchdachte Produkte made in Coburg. www.njustudio.com

MOYA
Anastasiya fertigt ihre zeitlosen Wohnaccessoires aus einem ungewöhnlichen, nachhaltigen Rohstoff: Birkenrinde aus der sibirischen Taiga.
www.moya-birchbark.com

Theresa von Bodelschwingh
Die hĂŒbschen Porzellanbecher „Papyrus“ werden in Bayern produziert.
www.theresa-bodelschwingh.de

Porzellan von Theresa von Bodelschwingh

Porzellanschönheiten von Theresa von Bodelschwingh (Foto: Theresa von Bodelschwingh)

Neben meinen Favoriten findest du bei Instagram noch viele weitere (auch aus den Bereichen Schmuck und Mode). Vielleicht magst du ein wenig stöbern? Dann bitte hier entlang: @gutesfĂŒrgutes

*Dieser Beitrag ist mit Werbung gekennzeichnet, da ich auf die gezeigten Labels und die unterstĂŒtzten Organisiationen verlinke.

Meine liebsten Entdeckungen der Herbst-Blickfang 2019 in Stuttgart

{Werbung (unbezahlt)}   Gleich zweimal fand die Blickfang dieses Jahr in Stuttgart statt. Im MÀrz an ihrem Stammort, der Liederhalle und Anfang November an zwei neuen Locations: den Wagenhallen und dem Wizemann. Der Umzug wurde notwendig, da die Liederhalle wegen Renovierung geschlossen ist.

Sie stehen der Designmesse gut, die beiden neuen Veranstaltungsorte. Obwohl sie deutlich weniger FlĂ€che bieten, die Aussteller etwas enger zusammenrĂŒcken mussten und nicht so viele Labels teilnehmen konnten wie im FrĂŒhjahr. 160 unabhĂ€ngige Designer aus den Bereichen Interior, Schmuck und Mode waren es dieses Mal – davon 70, die zum ersten Mal nach Stuttgart kamen.

Diese sieben Labels und Produkte haben mir auf Anhieb gefallen:

 

Schnörkellos und wandelbar: KĂŒchenmöbel von Das ganze Leben

Möbel von Das ganze Leben | Foto: Das ganze Leben

Foto: Das ganze Leben

Der Firmenname sagt’s bereits: Die Produkte des Möbellabels aus SĂŒdtirol sind fĂŒrs ganze Leben gemacht. EVA ist ein modulares System, das sich gerne anpasst. Die Module lassen sich ganz individuell kombinieren – auch nachtrĂ€glich. Das Material: Birkensperrholzplatten aus Finnland. Naturbelassen geölt oder farbig lackiert. Hergestellt werden die Möbel in Welsberg bei Bruneck.

Foto: Das ganze Leben

www.dasganzeleben.it

Schlicht und sturmsicher: Outdoormöbel von Konture

Outdoormöbel von Konture Studio | Foto: Konture

Foto: Konture

Die Gitterrostmöbel wurden ursprĂŒnglich fĂŒr den Außenbereich eines CafĂ©s entworfen. Sie kamen auf der Blickfang so gut an, dass die Designer Norman Kamp und Birger Schneider sie jetzt als eigene Kollektion auf den Markt bringen. Neben verschiedenen StandardgrĂ¶ĂŸen und -farben sind immer auch kundenspezifische AusfĂŒhrungen möglich. Tische, BĂ€nke und Hocker können das ganze Jahr hindruch draußen stehen – sie trotzen Wind und Wetter. Produzieren lassen die beiden Designer bei einem Stahlbauer im Rheinland.

Gitterrostmöbel von Konture | Foto: Konture

Foto: Konture

www.konture.studio

Clever und nachhaltig: Leuchten und Blumensteher von MilopĂĄrda

Leuchte und BlumenstÀnder von Milopårda | Foto: Milopårda

Foto: MilopĂĄrda

Bei MilopĂĄrda aus Coburg trifft zeitloses Design auf ökologische Verantwortung. Das junge Label verarbeitet ausschließlich Material aus Deutschland und Europa. Die Produkte kommen ohne Schrauben und andere Verbinder aus, sie werden lediglich gesteckt bzw. mit Kordeln verbunden. Gefertigt wird in kleinen – meist sĂ€chsischen – Handwerksbetrieben. Besonders schön: die Lampenschirme gibt es in 24 verschiedenen Farben.

www.miloparda.com

Alltagshelfer neu gedacht: der Stromer von Njustudio

Stromer von njustudio, Coburg | Fotos: njustudio

Fotos: njustudio

Das erste Stromhaustier der Welt – so nennen Kathrin Lang, Nina Wolf und Wolfgang Rössler ihren Stromer. Das freundliche Wesen rĂŒckt immer dann nĂ€her, wenn wir auf dem Sofa arbeiten aber nicht vom Akku abhĂ€ngig sein möchten. Und wenn Steckdosen zu weit entfernt sind (ich hab‘ den Stromer erst kĂŒrzlich auf einer Konferenz entdeckt – zur Versorgung des Beamers). Lieferbar in verschiedenen AusfĂŒhrungen und Farben. Und immer made in Coburg.

Auf der Internetseite des Designstudios findest du noch weitere gut gedachte und gut gemachte Produkte:

www.njustudio.com

Wunderschöne, in Portugal gefertigte Keramik von Onomao

Keramik von ono mao, hergestellt in Portugal | Fotos: ono mao

Fotos: ono mao

Im Sommer 2018 machten sich die BrĂŒder Arthur und Felix Wystrychowski in Portugal auf die Suche nach einer Manufaktur, die ihre Vorstellungen von Keramikgeschirr in die RealitĂ€t umsetzen konnte. GlĂŒcklicherweise sind die beiden fĂŒndig geworden. Ein kleiner Handwerksbetrieb stellt seitdem die hĂŒbschen Teller, Schalen und Vasen her.

Ebenfalls im Sortiment von onomao: handgewebte Teppich aus Stoffresten der portugiesischen Modeindustrie.

www.onomao.com

Hocker, Tische und BĂ€nke mit hĂŒbsch verdrehten Beinen: Niu

Hocker von Niu aus Luzern | Foto: Niu

Foto: Niu

Die schönsten (Holz)Beine der Messe kommen aus Luzern. Sie sind typisch fĂŒr die schlichten Tische, SitzbĂ€nke und Hocker der Designerinnen Simone Hölzl und Christine Urich. Hergestellt werden die MöbelstĂŒcke aus Kernesche, Eiche oder Nussbaum im Schweizer Kanton Schwyz.

Sitzbank von Niu | Foto: niu

Foto: Niu

www.niuform.ch

Lieblingskleid von Mi fashion aus Prag

Suprematism Kollektion von Mi fashion, Prag | Foto: Mi fashion

Foto: Mi fashion

Das Schöne an der Blickfang ist ja, dass es nicht nur um Interior geht. Jedes Mal finden sich auch kleine feine Modelabels ein. Wie Mi fashion, das Label der tschechischen Designerin Lenka Mulabegovic. Besonders schön fand ich das schwarze Kleid mit den sattfarbigen Linien aus Lenkas aktueller Winterkollektion. Inspiriert von den Werken des russischen Malers Kazimir Malevich.

www.mifashion.cz

Da ich auf die Internetseiten der vorgestellten Labels verlinke, habe ich den Beitrag mit „Webung“ gekennzeichnet.

Wohnurlaub im Chiemgau

GĂ€stehaus berge in Aschau im Chiemgau | Fotos: Sabine WittigViel Urlaub hatten wir dieses Jahr nicht – und eigentlich war auch keiner mehr geplant.  Mitte Juli beschlossen wir, Ende August doch noch eine Woche (nicht allzu weit) wegzufahren. Herr azurweiss wĂŒnschte sich rennradtaugliche Berge, ich wollte möglichst ein bisschen Wasser und vor allem: eine richtig schöne Unterkunft.

Die Wahl fiel auf das GĂ€stehaus berge in Aschau im Chiemgau. Schon seit geraumer Zeit befindet sich die (Her)berge auf meiner Liste vielversprechender Urlaubsquartiere.

Quartier Straßenfeger im GĂ€stehaus berge von Nils Holger Moormann | Foto: Sabine Wittig

Blick ins Quartier Straßenfeger, unsere Bleibe fĂŒr eine Woche

Hausherr in der berge ist Nils Holger Moormann. Möbeldesigner und Möbelproduzent mit viel Sinn fĂŒr schlichte Ästhetik und einem sicheren GespĂŒr fĂŒrs Wesentliche, fĂŒrs Praktische, fĂŒrs Neu- und Andersdenken und Weglassen. So reduziert, einfach und durchdacht wie Moormanns Möbelkollektion sind auch die 16 individuellen berge Apartments mit Namen wie Basislager, Zaungast, GipfelstĂŒrmer oder Nordwand. Das GartenglĂŒck war leider schon vergeben und so buchten wir uns im Straßenfeger ein. (Wenn du recht gerĂ€uschempfindlich bist, solltest du dich lieber fĂŒr eins der zum Garten gelegenen Quartiere entscheiden.)

GĂ€stehaus berge in Aschau im Chiemgau | Fotos: Sabine Wittig

Die Wettervorhersage war so schlecht, dass wir mit einer Woche Indoorurlaub gerechnet hatten. Eine ausgesprochen behagliche Vorstellung: viel lesen, viel Tee trinken, ein bisschen kochen, das Interieur genießen, dem Regen und dem Donner lauschen. Doch es kam anders. Die Sonne schien beinahe die ganze Zeit, die Temperaturen blieben hochsommerlich und wir waren am Ende mehr draußen als drinnen. Auch schön.

GĂ€stehaus berge von Nils Holger Moormann | Fotos: Sabine Wittig

Entspannungshelfer: In der fein sortierten Bibliothek (aka Literatenkammerl) gibt es reichlich Lesestoff, im Bauerngarten reichlich Ruhe und Entschleunigung.

Das inspirierende Drinnen haben wir dennoch genossen. Sehr. Es blieb ausreichend Zeit zum Wohnen. Es wurde viel gelesen, hin und wieder gekocht (Schnittlauch, Minze, Salbei und Co. konnten wir im KrĂ€uterbeet des berge Gartens ernten) und ab und an ein bisschen gearbeitet. Zum festen Ritual wurde die Tasse Tee am Morgen auf dem Balkon. Und dann war da noch die Freude an der inspirierenden Architektur, den schönen Möbeln  und an den feinsinnigen, oft gedankenanstoßenden Details in Haus und Garten.

GĂ€stehaus berge in Aschau im Chiemgau | Fotos: Sabine Wittig

Wer mag, darf sich im KrÀutergarten bedienen.

Ich mag sie sehr, diese einfachen, unspektakulĂ€ren Momente. Und ich bin dankbar, dass es wĂ€hrend unserer Chiemseewoche – unterwegs und in der berge – so viele davon gab.

Freiheit aushalten. GĂ€stehaus berge von Nils Holger Moormann. | Foto: Sabine Wittig

Hier bitte nicht die Ausfahrt zuparken – und auf jeden Fall Freiheit aushalten!

GĂ€stehaus berge von Nils Holger Moormann | Fotos: Sabine Wittig

GĂ€stehaus berge von Nils Holger Moormann | Fotos: Sabine Wittig

GĂ€stehaus berge, Kampenwandstraße 85, Aschau im Chiemgau
Nur ein paar Schritte entfernt (An der Festhalle 2) findest du – in einem ehemaligen Marstall – den besuchenswerten Showroom von Nils Holger Moormann (geöffnet montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr).

Restaurants, Cafés, Shops, Sehenswertes: Meine liebsten Entdeckungen unserer Chiemseewoche findest du hier. Dankesehr auch an alle, die uns vorab mit Tipps und Adressen versorgt haben. Wir konnten nicht alles ausprobieren, aber wir kommen sicher nochmal wieder.

Fotos: Sabine Wittig

#shopsmallandhappy2018

{Werbung (unbezahlt)}

Ich mag das Internet unter anderem dafĂŒr, dass es auch kleinen und kleinsten Unternehmen Raum bietet. Aufmerksamkeit ĂŒber lokale und regionale Grenzen hinweg. Als das Web 2.0 noch (sehr) jung war, waren die Rahmenbedingungen dabei fĂŒr alle Akteure – ob Weltkonzern oder Einfrau/Einmann-Betrieb – praktisch identisch. Inzwischen bestimmen Algorithmen und Werbebudgets ĂŒber die Sichtbarkeit im Netz. FĂŒr die Kleinen wird es immer schwieriger, entdeckt und wahrgenommen zu werden.

Zum GlĂŒck gibt es Sammelstellen und Multiplikatoren fĂŒr die kleinen, individuellen Labels. Besonders mag ich die Initiative, die Christiane aka renna deluxe und Kathrin von Studio Karamelo im vergangenen Jahr ins Leben gerufen haben: #shopsmallandhappy. Unter diesem Hashtag prĂ€sentieren unabhĂ€ngige DesignerInnen sich und ihre Kollektionen bei Instagram und Facebook. Du kannst also ganz gezielt nach kleinen Labels suchen – und viel Schönes, Individuelles und Nachhaltiges entdecken. Papeterie, Interior, Mode, Schmuck, Kunst, Spielzeug.

FĂŒr einen besseren Überblick haben die beiden den Hashtag jetzt ergĂ€nzt: Unter #shopsmallandhappy2018 findest du die aktuellsten EintrĂ€ge der Menschen, die ihre kleinen Labels mit viel Herz und Leidenschaft betreiben.

Christiane HĂŒbner und Kathrin Bender | Foto links: Anke Sundermeier; Foto rechts: Jean-Marie Engel

Die Initiatorinnen: Christiane HĂŒbner (links), Inhaberin des Labels renna deluxe, und Kathrin Bender von Studio Karamelo | Fotos: Anke Sundermeier (links) und Jean-Marie Engel

Ich hab‘ auch wieder ein bisschen gestöbert und zeig‘ dir vier meiner liebsten ’small and happy labels‘:

Design Delights von renna deluxe | Fotos: renna deluxerenna deluxe: Christiane und ihr Label kenne und mag ich schon seit etlichen Jahren.  Einige ihrer Arbeiten sind auch bei uns zu Hause zu finden. Zum Beispiel die handbedruckten puristischen WeihnachtsanhĂ€nger ‚Engel‘, ‚Stern‘ und ‚Stille‘ . Sie werden auch dieses Jahr im Advent ein BĂŒndel Zweige schmĂŒcken.

Die personalisierten Kulturbeutel sind wundervolle Weihnachtsgeschenke – und sind die FarnblĂ€tter aus Papier nicht allerschönste Wanddekoration?

Papier & Textilien von bastisRIKE | Fotos: bastisRIKEbastisRIKE: Ruhig, schlicht, zeitlos sind Rikes Arbeiten. Immer nachhaltig produziert und auf Langlebigkeit ausgerichtet. DafĂŒr mag ich die Produkte so sehr. Vielleicht hast du bei mir ja schon eines ihrer feinen (und leider ausverkauften) Kissen entdeckt. Oder die kuschlige Webdecke ‚The Grid‘, die es jetzt auch in einem schönen Haselnussbraun gibt. Sehr gern mag ich auch Rikes TĂŒcher und Tischdecken aus Biobaumwolle und den Weihnachtsbaum Print.

Filigrane Stempelkunst von Studio Karamelo | Fotos: Studio KarameloStudio Karamelo: Kathrins Inspirationsquelle ist die Botanik. In ihrem Studio Karamelo findest du Blumenpressen, florale Papeterie und diese wunderschönen Stempel mit den feinfiligranen Pflanzenmotiven. Perfekt zum Verschönern von GeschenkanhĂ€ngern, SamentĂŒtchen, TischkĂ€rtchen, Geschenkpapier und vielem, vielem mehr. Mag ich sehr.

Feine Dinge aus Holz - made in Bielefeld | Fotos: kitschcanmakeyourichKitschcanmakeyourich: Hier ist der Name nicht Programm, denn die Möbel und Wohnaccessoires von Lilli und Sascha sind das Gegenteil von kitschig. Schlicht, schön und zum Ewigbehalten gemacht. Das hĂŒbsche Buchstaben-Brettchen gibt’s von A bis Z. Und das freundliche Krokodil ist Lowboard, Sitzbank, Regal.

Ich hĂ€tte hier noch zahlreiche weitere kleine Labels vorstellen können. Denn schönerweise gibt es richtig viele, die so wundervolle Produkte machen, dass sie unbedingt auch außerhalb ihrer Communities gefunden werden sollten. Wenn du magst, stöber‘ doch ein bisschen:  #shopsmallandhappy2018

Fotos: Anke Sundermeier (1), Jean-Marie Engel (2), Renna Deluxe (3-5), bastisrike (6-9), Studio Karamelo (10,11), kitschcanmakeyourich (12,13)

Porzellan trifft Birkenrinde: Anna Badur & Moya Birchbark

Ausstellung von Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine Wittig{Werbung (unbezahlt)} Zwei kreative Designerinnen, beide leben in Berlin, jede fĂŒhrt ihr eigenes kleines Label. Anna Badur und Anastasiya Koshcheeva. Anna entwirft Wundervolles aus Porzellan, Stoff und Stein. Anastasiya hat sich ganz der Birkenrinde als Werkstoff fĂŒr ihre  Wohnaccessoires verschrieben. Bei einer Veranstaltung haben die beiden Frauen sich kennengelernt und arbeiten seitdem immer mal wieder zusammen. Ihr letztes Projekt: eine gemeinsame Ausstellung ihrer Produkte. Ich hab‘ die beiden im MĂ€rz – am vorletzten Tag der Ausstellung – in Berlin besucht und war begeistert, wie fein ihre Kollektionen zusammenpassen.

Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigAnnas Arbeiten kenne ich schon lĂ€nger – vor allem ihre erst kĂŒrzlich entstandenen Porzellanserien mag ich sehr. Die Teller, Becher und Vasen haben etwas FlĂŒchtiges, Leichtes. Erinnern an Wasser, Nebel, Gischt und an die permanent wechselnden Muster, die Meereswellen in Sand zeichnen. Das verwundert nicht, denn Annas wichtigste Inspiration ist die NordseekĂŒste. Dort ist sie aufgewachsen.

Porzellanserie TIDE von Anna Badur | Foto: Sabine WittigDie Dessins werden von Hand aufgemalt und sind auf jedem StĂŒck ein bisschen anders.  Seit Februar gibt’s Becher und Vasen der Serie TIDE auch bei la mesa.

Moya Birchbark im Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigBirkenrinde als Material fĂŒr Wohnaccessoires? Was man wohl nicht auf Anhieb in Zusammenhang bringt, ist in Wirklichkeit traditionelle sibirische Handwerkskunst. Unter ihrem Label MOYA verwandelt die deutsch-russische Designerin Anastasiya Koshcheeva das Naturprodukt in schlichtes, nachhaltiges Design.So schön. FĂŒr ihre Vorratsdosen, Leuchten und Hocker nutzt sie naturbelassene Rinde aus der Taiga Sibiriens. Geerntet wird einmal pro Jahr. Dabei wird darauf geachtet, dass die innere Rindenschicht nicht verletzt wird und die BĂ€ume keinen Schaden nehmen.

Vorratsdosen aus Birkenrinde von Moya und Porzellanteller von Anna Badur | Foto: Sabine WittigWomit ich nicht gerechnet hĂ€tte: Die Vorratsdosen sind lebensmittelecht – Kaffee, Tee und Leckereien dĂŒrfen also ohne zusĂ€tzliche Verpackung rein. Die BehĂ€lter können mit Wasser ausgespĂŒlt werden, ohne dass sich das Material verzieht, austrocknet oder porös wird. Ziemlich gut, oder?

Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigNicht nur die Produkte von Anna und Anastasiya passen aufs Schönste zusammen – die beiden Designerinnen haben sich fĂŒr ihre Ausstellung auch einen perfekten Rahmen gewĂ€hlt: den Showraum Trofejas im Erdgeschoss eines Wohnhauses in Berlin-Charlottenburg. Die eklektische Möblierung des Raums erzeugt spannende StilbrĂŒche und ist wunderbare BĂŒhne fĂŒr feines Design. Schon bald findet dort eine weitere – sicher sehenswerte – Ausstellung statt: Dieses Mal treffen Schmuck und Fotokunst aufeinander. Schau‘ doch vorbei, wenn du in Berlin wohnst – oder in der NĂ€he bist.

Einladung zur Ausstellung im Trofejas Showraum in Berlin-Charlottenburg

Der Trofejas Showraum befindet sich in der Wielandstraße 31 in Berlin-Charlottenburg. Einfach wĂ€hrend  der Öffnungszeiten an der HaustĂŒr klingeln!

Fotos: Sabine Wittig; Ausstellungseinladung: Trofejas, Ülle Kouts, Jurga Graf

Zu Besuch im Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg

Museum Schloss FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Lohnender Zwischenstopp auf unserem Weg an die Ostsee: Das Museum Schloss FĂŒrstenberg im Weserbergland. | Foto: FĂŒrstenberg

{Werbung (unbezahlt)} Wenn du hier schon lĂ€nger mitliest, kennst du meine SchwĂ€che fĂŒr feines Porzellan.   Immer, wenn wir auf Reisen gehen, schaue ich, ob nicht ein Porzellanmuseum auf der Strecke liegt. Auf dem Weg in einen kurzen Ostsee-Februar-Urlaub war’s fĂŒr Herrn azurweiss und mich nur ein kleiner Schlenker zum Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg. Die Manufaktur wurde 1747 von Herzog Carl I. von Braunschweig-WolfenbĂŒttel gegrĂŒndet und noch heute entstehen dort die wundervollen Produkte aus ‚weißem Gold‘ grĂ¶ĂŸtenteils in Handarbeit. Das Museum befindet sich direkt neben der Manufaktur – im ehemaligen herzoglichen Jagdschloss. Es wurde erst im MĂ€rz 2017 – nach lĂ€ngerer Umbau- und Sanierungsphase – neu eröffnet. Das Konzept: Die faszinierende Geschichte der Manufaktur hautnah erlebbar machen. Uns hat die Mischung aus klassischer ExponatprĂ€sentation, kleinen Geschichten, digitaler Projektion, Besucherwerkstatt und Mitmachbereichen, in denen Anfassen ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht ist, bestens gefallen. Und ich hab‘ mich gefreut, dass Museumsleiter Dr. Christian Lechelt (den ich ein ganz kleines Bisschen um seinen Job beneide) sich wĂ€hrend unseres Besuchs Zeit genommen und ein wenig aus dem NĂ€hkĂ€stchen geplaudert hat. Auch im Vorfeld durfte ich ihm einige Fragen stellen – daraus ist das folgende Interview entstanden:

Porzellanmuseum FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: FĂŒrstenberg

Porzellangeschichte(n) – wunderschön erzĂ€hlt | Foto: FĂŒrstenberg

Was fasziniert Sie am Werkstoff Porzellan?

Porzellan ist ein ganz eigenwilliger und eigentĂŒmlicher Werkstoff. Der berĂŒhmte Direktor der Meissener Manufaktur in den 1920er Jahren, Max Adolf Pfeiffer, hat es treffend ausgedrĂŒckt: „Porzellan ist der schönste Werkstoff, den der Mensch sich selbst geschenkt hat.“ Zwei Aspekte kommen hier zum Ausdruck: ZunĂ€chst die Ästhetik des Materials. Schneeweiß, spiegelglĂ€nzend, lichtdurchscheinend. Das ist unvergleichlich und nur dem Porzellan eigen. Es gibt kein anderes Material, das diese QualitĂ€ten besitzt. Zum anderen ist Porzellan, historisch betrachtet, so etwas wie der erste ‚Kunststoff‘ der Menschheitsgeschichte. Denn es gibt diesen Werkstoff nicht in der Natur, er muss kĂŒnstlich hergestellt werden. Es werden Rohstoffe kombiniert und einer bestimmten Prozedur unterzogen, um schließlich ein neues Material mit Eigenschaften zu erhalten, die Ausgangsstoffe nicht besitzen.

Neben diesen materialimmanenten Faktoren spielt auch die ĂŒber tausendjĂ€hrige Geschichte des Porzellans eine große Rolle. ZunĂ€chst war die Porzellanherstellung das Privileg Ostasiens. Er- oder besser gefunden in China, dann auch in Korea und Japan etabliert, gelangten erste StĂŒcke im Mittelalter nach Europa. Dort sorgten sie fĂŒr Staunen und Furore, da die Vasen und Schalen unvergleichbar waren mit allen anderen keramischen Erzeugnissen, zu deren Fertigung man damals in Europa in der Lage war. Da man sich nicht erklĂ€ren konnte, wie diese Objekte beschaffen und hergestellt worden waren, glaubte man, es mit Wunderdingen zu tun zu haben. TatsĂ€chlich galt Porzellan bis in die Neuzeit als wundertĂ€tig, giftanzeigend oder giftneutralisierend. Deshalb gehörten Porzellanobjekte in jede gute Kunst- und Wunderkammer und wurden damit ein Teil höfischer ReprĂ€sentation.

Mit der Entdeckung des Seewegs nach Ostasien begann ein reger Warenaustausch und immer mehr Porzellan gelangte seit dem 17. Jahrhundert nach Europa. Aus den vermeintlichen wundertĂ€tigen Objekten wurden nun begehrte Luxusartikel, die man in möglichst großer FĂŒlle besitzen musste. Jetzt begann man auch, das Porzellan nicht nur ob seiner Schönheit und Eigenwilligkeit zu bewundern, sondern es auch zu benutzen. Zugleich entstanden die ersten Porzellansammlungen und – von den Niederlanden ausgehend – setzte die Mode der Porzellankabinette ein, die schließlich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein zu einem integralen Bestandteil der Schlossbaukunst wurden.

Analog zu dem Europa erfassenden Porzellanfieber wurde an vielen Orten und von vielen Menschen versucht, hinter das Geheimnis, das Arkanum des Porzellans zu kommen. Doch trotz außergewöhnlicher und phantastischer Leistungen wie dem Mediciporzellan in Florenz oder den französischen Frittenporzellanen, gelang es nicht, echtes Porzellan zu erzeugen. Erst 1708 schlug die Geburtsstunde des europĂ€ischen Porzellans, als es Johann Friedrich Böttger, Ehrenfried Walther von Tschirnhaus sowie einer ganzen Reihe versierter Fachleute der Bergakademie in Freiberg gelang, in Sachsen echtes Porzellan zu erzeugen. Faszinierend an der Entdeckung des Arkanums ist vor allem, dass es sich nicht um einen Zufallsfund handelte – wie es gerne auch heute noch kolportiert wird –, sondern eine ganz zielgerichtete und mit wissenschaftlicher Genauigkeit gefĂŒhrte Unternehmung war. Daraus entstand schließlich ab 1710 die Meissener Manufaktur, wenn man so will, die Mutter aller Manufakturen Europas.

Mix & Match: verschiedene Porzellanserien im Museum der Manufaktur FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Anfassen und mixen erwĂŒnscht: verschiedene FĂŒrstenberg Porzellanserien dĂŒrfen und sollen von den Besuchern nach Herzenslust kombiniert werden.

Was ist fĂŒr Sie typisch FĂŒrstenberg?

FĂŒrstenberg blickt auf der einen Seite zurĂŒck auf eine 270jĂ€hrige, faszinierende Geschichte. Dies könnte eine geradezu erdrĂŒckende Traditionslast erzeugen, doch FĂŒrstenberg sieht dieses Erbe in meinen Augen als stete Herausforderung. Die Manufaktur hat sich nie auf den Lorbeeren eines ominösen FrĂŒher ausgeruht, sondern stets mit dem Blick auf die Gegenwart agiert. So ist gerade auch das 21. Jahrhundert eine hochspannende Phase der FĂŒrstenberg Geschichte, denn die Manufaktur hat sich selbstbewusst als eine moderne Luxusmanufaktur neu aufgestellt. Dieser Prozess ist Ă€ußerst faszinierend, da FĂŒrstenberg auf diese Weise an die GrĂŒndungsgeschichte einer herzoglichen Unternehmung anschließt, ohne aber in die Falle der Nostalgie zu tappen. Vielmehr entstehen aus der Frage, was eigentlich eine moderne Manufaktur ausmacht, herausragende, anspruchsvolle und innovative Produkte von zugleich poetischer QualitĂ€t.

Museum der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg in FĂŒrstenberg an der Weser | Foto: Sabine Wittig

Der Zeitgeist des 19. Jahrhunderts: die Form Empire mit aufwÀndigem Dekor

Haben Sie ein LieblingsstĂŒck in der Ausstellung?

Eigentlich sind mir alle Objekte der Museumssammlung gleich lieb, da jedes Objekt mit so viel Geschichte und Geschichten aufgeladen ist. Selbst ein scheinbar banales StĂŒck entpuppt sich bei genauerem Hinsehen und tiefergehender BeschĂ€ftigung als Faszinosum. Deshalb war es auch besonders wichtig, sich bei der Auswahl der Objekte fĂŒr die Dauerausstellung streng zu beschrĂ€nken, um nicht auszuufern. Gerade weil jedes StĂŒck seine besondere WĂŒrde hat, war es mir sehr wichtig, ihm den nötigen Raum zur wirkungsvollen Entfaltung zu geben.

Besucherwertstatt im Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Fotos: Sabine Wittig

Wie kommt der Henkel an die Kanne? Wie wird eine Figur gegossen? Und wie entstehen eigentlich die filigranen Durchbruchkörbe? In der Besucherwerkstatt konnten wir einer Manufakturistin ĂŒber die Schulter schauen.

Welches ist das Àlteste Exponat?

Zu den Ă€ltesten Exponaten in der Ausstellung – und zugleich auch kuriosesten – gehören ein Teller und eine Tasse mit Untertasse, die von Johann Christoph Glaser bemalt wurden. Glaser war eine sehr umstrittene, zweifelhafte Persönlichkeit in der Geschichte der Manufaktur. Er kam wohl schon 1744 an den herzoglichen Hof, um sich als Arkanist anzudienen. Er muss erfahren haben, dass der Herzog von Braunschweig die GrĂŒndung einer Manufaktur ins Auge gefasst hatte. Der Glaser behauptete nun, im Besitz des Wissens um die Porzellanherstellung zu sein und wurde daraufhin beauftragt, eine Manufaktur aufzubauen. 1747 verfĂŒgte dann der Herzog, dass das Unternehmen in dem Jagdschloss seiner Vorfahren in FĂŒrstenberg einzurichten sei. Glaser experimentierte, versuchte und probierte in den folgenden Jahren mehr oder minder engagiert, letztlich  aber erfolglos. Denn es stellte sich heraus, dass er seinen vollmundigen Versprechungen keine Taten folgen lassen konnte. Kurz gesagt: er war ein Hochstapler. Es war ihm aber gelungen, sowohl den Herzog als auch den ihm zur Aufsicht ĂŒbergeordneten Manufakturdirektor jahrelang zu narren und mit (leeren) Versprechungen bei der Stange und den Geldfluss am Leben zu halten. Schließlich flog der Betrug aber auf und man stellte fest „Glaser ist vom echten Porzellan so weit entfernt wie Messing vom Golde“ – und jagte ihn aus FĂŒrstenberg fort.

Es ist bei altem Porzellan selten, ein Objekt einem bestimmten Menschen zuschreiben zu können (einem Porzellanmaler oder einem Dreher, oft kennt man noch nicht einmal den Entwerfer). Daher ist es umso aufregender, dass wir StĂŒcke zeigen können, die ausgerechnet durch die HĂ€nde dieses Scharlatans gegangen sind.

FĂŒrstenberg Jahreshasen | Foto: Sabine Wittig

Die FĂŒrstenberg Jahreshasen sind beliebte Sammelobjekte.

Bald wird zusĂ€tzlich zur Dauerausstellung das Schaumagazin eröffnet …

… das Schaumagazin ist die letzte Ausbaustufe der Dauerausstellung. Der Sammlungsbestand ist sehr umfangreich, er umfasst etwa 20.000 Objekte. Es ist verstĂ€ndlich, dass wir davon nur einen kleinen Teil in der Dauerausstellung zeigen können. Jedoch möchten wir unsere Besucher zumindest ansatzweise den einmaligen Reichtum unserer BestĂ€nde erleben lassen, denn in keinem anderen Museum gibt es eine derart umfangreiche und nahezu enzyklopĂ€dische Sammlung von FĂŒrstenberg Porzellan.

Herr Dr. Lechelt, dankeschön fĂŒr die Einblicke in Ihre Arbeit und die Welt des Porzellans!

Besucherwerkstatt Porzellanmuseum FĂŒrstenberg | Foto: Sabine Wittig

Nicht alle Dekore werden aufgemalt. Einige entstehen mit Hilfe aufgelegter Druckbilder. Auch wie das funktioniert erfÀhrt man in der Besucherwerkstatt.

Schön war’s in FĂŒrstenberg. Inspirierend und faszinierend. Und irgendwann, wenn uns eine Urlaubsfahrt wieder ins Weserbergland fĂŒhrt, kommen wir bestimmt nochmal. Um das Schaumagazin zu besichtigen, um Übersehenes zu entdecken und um erneut im Werksverkauf, der nur ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt, zu stöbern.

Historisches Treppenhaus im Museum Schloss FĂŒrstenberg | Foto: FĂŒrstenberg

Ganz in Weiß: das historische Treppenhaus des Museums | Foto: FĂŒrstenberg

Mit diesem Beitrag starte ich eine lose Serie ĂŒber Porzellanmuseen. Ich hab‘ in den letzten Jahren etliche besucht – manche auch mehrmals – und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Vielleicht kann ich dich ein wenig mit meiner Begeisterung fĂŒr Porzellan anstecken? FĂŒr diesen Beitrag hat FĂŒrstenberg mir freien Eintritt ins Museum ermöglicht. Dankeschön dafĂŒr!

Fotos: FĂŒrstenberg (1,2, 11), Sabine Wittig (3 bis 10)

FĂŒnf Lieblingsentdeckungen der Ambiente 2018

{Werbung (unbezahlt)} Das sind meine fĂŒnf schönsten Entdeckungen der diesjĂ€hrigen Ambiente, die im Februar mehr als 134.000 Fachbesucher aus 168 LĂ€ndern nach Frankfurt gelockt hatte:

Porzellan von Anna Diekmann, Berlin. | Foto: Sabine Wittig

Porzellan von Anna Diekmann, Berlin. Foto: Sabine Wittig

Wunderschön schlicht, natĂŒrlich und ein kleines Bisschen unperfekt: Die Produktdesignerin Anna Diekmann gestaltet und fertigt PorzellangefĂ€ĂŸe in herrlichen Farben. SahnehĂ€ubchen sind die ergĂ€nzenden Accessoires aus Metall.

Accessoires aus Terrakotta und Holz | Foto: Kristina Dam Studio

Accessoires aus Terrakotta und Holz | Foto: Kristina Dam Studio

Minimalistisch, monochromatisch und komplett zeitlos: Möbel und Wohnaccessoires von Kristina Dam Studio aus Kopenhagen.

Banksy . Girl with Balloon | Foto: Marije Kuiper | Copyright: IXXI www.ixxiyourworld.com

Banksy . Girl with Balloon | Foto: Marije Kuiper | Copyright: IXXI www.ixxiyourworld.com

Ein Highlight fĂŒr Streetartfans: IXXI aus den Niederlanden hat jetzt auch Fotomotive des britischen GraffitikĂŒnstlers Banksy im Programm – zum Beispiel das MĂ€dchen mit Ballon.

Lyngby Porzellan | Foto: Lyngby

Lyngby Vasen und Kerzenleuchter | Foto: Lyngby

Die Lyngby Vasenfamilie hat Zuwachs bekommen: zwei hĂŒbsche, unterschiedlich hohe Kerzenleuchter mit den typischen Rillen.

Mobile Symphony von Flensted | Foto: Flensted

Mobile Symphony von Flensted | Foto: Flensted

Die Mobiles des Familienunternehmens Flensted werden in DĂ€nemark handgefertigt. Mein Favorit ist die Version ‚Symphony‘ aus schlichten, naturfarbenen Holzkugeln.

Fotos: Sabine Wittig (1), Kristina Dam Studio (2), Marije Kuiper (3), Lyngby (4), Flensted Mobiles (5)

Inspiration am Dienstag – Tischdeko im Advent

PapierhĂ€user Heim von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig Einige Male wurde ich schon gefragt, wie unser Tisch an Heiligabend gedeckt sein wird. Ehrlich gesagt, weiß ich das noch nicht so genau. DafĂŒr steht bereits fest, wie die Kaffeetafel in der Adventszeit aussieht.

PapierhÀuser Heim von Jurianne Matter | Fotos: Sabine Wittig

Die entzĂŒckenden PapierhĂ€uschen ‚Heim‘ von Jurianne Matter werden dabei eine Hauptrolle spielen. Dazu weißes Porzellan und etwas TannengrĂŒn. Mehr nicht.

Papierhaus Heim von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig

PapierhÀuser Heim von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig

PapierhÀuser Heim von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig

PapierhÀuser Heim von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig

Die hĂŒbsche Deko gibt es als Set zu jeweils 12 verschiedenen HĂ€uschen – in rosĂ©, terracotta, zartgrĂŒn, hellblau und mittelblau. FĂŒr ein komplettes Dörfchen auf dem Tisch. Besonders charmant: Der Verpackung liegen winzige Aufkleber mit den Ziffern 1 bis 24 bei. Damit kannst du jedem HĂ€uschen eine eigene Hausnummer geben. Und: Zwei Sets ergeben zusammen einen feinen Adventskalender. Unter den Bauwerken lassen sich winzige Geschenke verstecken, z. B. kleine Naschereien oder Gutscheine.

PapierhÀuser Heim von Jurianne Matter | Fotos: Sabine Wittig

Heim gibt es – wie die gesamte Kollektion von Jurianne Matter – bei la mesa

Fotos: Sabine Wittig

Zu Besuch im Letterpress Studio von CĂ©line Mehl in Stuttgart

azurweiss atelierbesuch | Foto: Sabine WittigLetterpress? Mit diesem Druckverfahren stellt man die hĂŒbsche Papeterie mit den sanften Vertiefungen (ĂŒber die man am liebsten stĂ€ndig streichen mag) her. Zum ersten Mal bin ich vor rund drei Jahren mit Letterpress in BerĂŒhrung gekommen. WĂ€hrend eines Bloggerevents in CĂ©lines damaligem Atelier in Stuttgarts Heusteigviertel. Inzwischen ist die Halbfranzösin in die Silberburgstraße umgezogen. Passenderweise in RĂ€ume, in denen schon vor einem Jahrhundert Druckpressen im Einsatz waren. Denn: Das GebĂ€ude wurde in den 1890er Jahren von Carl Engelhorn, einem Stuttgarter Verleger, als Wohn- und Verlagshaus errichtet.

KĂŒrzlich habe ich CĂ©line besucht, ihr beim Arbeiten ĂŒber die Schulter geschaut, ĂŒber ihre SelbstĂ€ndigkeit geplaudert und ihr ihre Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgart entlockt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Leidenschaft fĂŒr Papier

„Die Liebe zum Papier – sie gehört einfach zu mir. Schon als Kind hab‘ ich unheimlich viel gebastelt, BĂŒro und Post gespielt, Alben geklebt, Brieffreundschaften gepflegt“, erzĂ€hlt CĂ©line. Nach Kunstschule, Mediendesignstudium und einigen Jahren als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur hat sie sich 2013 ganz ihrer Leidenschaft fĂŒr Papier verschrieben und ein Letterpress Atelier eröffnet.

Letterpress Karte von CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Letterpress Papeterie: nicht nur optisch, auch haptisch ein Erlebnis.

Neben ihrer eigenen Kollektion (vor allem Karten, GeschenkanhĂ€nger, Poster) gestaltet CĂ©line individuelle Papeterie – z. B. Einladungen zur Hochzeit oder Sonderanfertigungen fĂŒr Unternehmen und Agenturen. Die EntwĂŒrfe entstehen am Rechner – alles andere ist Handarbeit. Der Prozess beginnt mit der Herstellung der Klischees und Filme. Das sind Schablonen, mit deren Hilfe die Druckpresse das Motiv auf das Papier ĂŒbertrĂ€gt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Bevor gedruckt werden kann, wird die Farbe gemischt. CĂ©line arbeitet mit Volltonfarben nach dem Pantone Farbsystem. Die gewĂŒnschten Farbtöne werden anhand eines Pantone FarbfĂ€chers ausgewĂ€hlt und aus verschiedenen Basisfarben gemischt. Um das richtige MischungsverhĂ€ltnis zu erreichen, werden die Basisfarben aufs Mikrogramm (!) genau gewogen. Schon kleinste Abweichungen beim Gewicht können den Farbton im gedruckten Produkt verĂ€ndern.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die fertig gemischte Farbe wird auf die Druckpresse aufgetragen und die Papeterie Bogen fĂŒr Bogen eingelegt und bedruckt (und gleichzeitig geprĂ€gt). Was sich einfach anhört, erfordert in Wirklichkeit jede Menge Geduld, GespĂŒr und handwerkliches Können. Die Maschine muss exakt auf das jeweilige Papier abgestimmt, DruckprĂ€zision und Farbauftrag mĂŒssen laufend ĂŒberprĂŒft werden. CĂ©line druckt ĂŒbrigens am liebsten auf einer echten AntiquitĂ€t: einer Chandler & Price Tiegeldruckpresse, die 1890 in Cleveland, Ohio gebaut wurde und die sie eigens fĂŒr ihr Atelier aus den USA importiert hat.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Stimmt die Farbe mit dem ausgewĂ€hlten Farbton ĂŒberein? Ist die PrĂ€gung in Ordnung? Immer wieder checkt CĂ©line das Druckergebnis.

Sollen mehrfarbige Produkte entstehen, werden die einzelnen Farben nacheinander gedruckt. Jede Farbe macht ein eigenes Klischee und einen separaten Druckdurchlauf erforderlich. Ja, Letterpress ist ein aufwendiges Verfahren. Aber die Ergebnisse sind wundervoll. Auch, weil Céline sehr viel Wert auf die richtige PapierqualitÀt legt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die Entscheidung, ihren festen Job fĂŒr die SelbstĂ€ndigkeit aufzugeben hat CĂ©line noch nie bereut. „Ich liebe die UnabhĂ€ngigkeit. So stressig und verantwortungsvoll es auch ist, und der Staat es einem nicht einfach macht, möchte ich die Freiheit, die ich als SelbstĂ€ndige habe, nicht mehr missen“, erklĂ€rt sie. „Mein perfekter Arbeitstag: Mit einem guten FrĂŒhstĂŒck und vielleicht ein bisschen Yoga in den Tag starten. Ohne Stau ins Studio fahren, das Dringlichste abarbeiten um den Stein fĂŒr den Tag fallen lassen zu können. Dann bei guter Musik Produkte konzipieren und produzieren – um am Abend mit dem guten GefĂŒhl nach Hause fahren, wieder viel erledigt zu haben.“

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

CĂ©lines Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgarts SĂŒden

Wenn CĂ©line keine Lust hat, sich ihr Essen von zu Hause mitzubringen, geht sie gerne ins Claus (Deli & Eismanufaktur) in die TĂŒbinger Straße 41 oder ins Reiskorn in die Torstraße 27. FĂŒr den Kaffee zwischendurch empfiehlt CĂ©line das Misch Misch in der TĂŒbinger Straße 95.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Ich fand meinen Besuch bei und den Austausch mit CĂ©line sehr inspirierend. Hab‘ die AtmosphĂ€re der historischen RĂ€ume, den Geruch nach Farbe und das melodische „rtsch, rtsch“ der nostalgischen Druckpressen sehr genossen. Dankeschön, liebe CĂ©line, dass du dir trotz vollen Terminkalenders Zeit fĂŒr mich genommen hast!

CĂ©line Mehl
Dot or dash – Studio fĂŒr Letterpress & Design
www.dotordash.com

Eine kleine Auswahl von CĂ©lines Papeterie findest du auch bei la mesa.

Der Besuch bei Céline ist der Start einer neuen Rubrik auf azurweiss. Von Zeit zu Zeit werde ich kreative Menschen in ihren Ateliers und WerkstÀtten besuchen und ihre Arbeit vorstellen.

Fotos: Sabine Wittig

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Inspiration am Dienstag* – Upcycling Kissen „Square“ von Lumikello

(M)ein Lieblingsplatz im Wohnzimmer | Foto: Sabine WittigEinige Monate stand unser eisblauer Vintage Sessel im Flur im Obergeschoss. Seit letzter Woche hat er wieder einen Platz im Wohnzimmer. Und er hat ein neues Kissen. LÀngere Zeit hatte ich nach einem Exemplar gesucht, das gut zum Eisblau des Sessels passt und gleichzeitig die Rosatöne bereits vorhandener Kissen (z. B. dem von Hay hier) aufgreift.

Vintage meets Upcycling | Fotos: Sabine WittigFĂŒndig geworden bin ich bei Eva aka Lumikello. Wir hatten uns im MĂ€rz zur Blickfang in Stuttgart auf einen Kaffee getroffen und sie hat mir einen Prototypen ihrer neuen „Square“ Kollektion gezeigt. Das war genau mein Geschmack. Und mit ihrem wundervollen GespĂŒr fĂŒr Farbkombinationen hat Eva mir dann (m)ein Traumkissen gehĂ€kelt.

Lumikello KissenBei Lumikello ist jedes Kissen ein Unikat. Denn: Das Material ist nicht unbegrenzt in jeder Farbe vorhanden. Eva sammelt fĂŒr ihre Produkte (neben Kissen macht sie auch fabelhafte Poufs und herrliche Teppiche) gebrauchte Textilien aus dehnbarem Baumwolljersey. FĂŒndig wird sie z. B. in GebrauchtwarenlĂ€den – sie freut sich aber auch ĂŒber Ausrangiertes von dir und spendet fĂŒr jedes StoffstĂŒck 10 Cents an eine gemeinnĂŒtzige Organisation.

Bevor T-Shirts, Nachthemden, SpannbetttĂŒcher & Co. verhĂ€kelt werden, werden sie gewaschen und in Streifen geschnitten. Ich mag diese Art des Upcycling sehr. Zum einen, weil nicht mehr Benötigtes sinnvoll weitergenutzt wird und zum anderen, weil daraus  richtig gute und stylische Wohnaccessoires entstehen.

Upcycling Kissen von Lumikello | Fotos: Sabine WittigIch freu‘ mich sehr ĂŒber mein hĂŒbsches EinzelstĂŒck. Weitere EinzelstĂŒcke aus Evas Kollektionen findest du im Lumikello Online-Shop.

*Immer dienstags zeige ich hier Dinge, die mir besonders gut gefallen und die mich inspirieren.

Fotos: Sabine Wittig

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